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Erfolgsserie 'The Chosen'
Kultur
Bild Copyright: © 5&2 Studios, Inc.

Theologe präsentiert filmische Reise durch Jesu Leben zu Ostern

26.03.2026 13:01
(zuletzt bearbeitet am 26.03.2026 um 17:49 Uhr)
Österreich/Kirche/Ostern/Film/Fernsehen/Bibel/Glaube/Kultur/Medien
Orsolic: "Filme und Serien über Jesus sind viel mehr als Unterhaltung, sie sind ein Spiegel religiöser Suchbewegungen unserer Zeit" - Filmtipps für Ostern für alle Geschmäcker
Wien, 26.03.2026 (KAP) Die Osterzeit gibt vielen Menschen Anlass, sich intensiv mit der Geschichte Jesu auseinanderzusetzen. Künstlerische Zugänge bieten Passionsspiele auf Theaterbühnen sowie Serien und Filme, die Glauben visuell und sinnlich erfahrbar machen, erklärte Marijan Orsolic im Kathpress-Interview. Der Pastoraltheologe beschäftigt sich seit Langem mit den vielfältigen filmischen Darstellungen des Lebens Jesu, "die nicht einfach die bekannte Geschichte wiedererzählen, sondern immer neue Deutungen zulassen und zeigen, dass jede Epoche ihre eigenen Fragen, Hoffnungen und Konflikte in die Figur Jesu hineinliest". Eine filmische Reise durch das Leben Jesu ist zu Ostern darum für alle Geschmäcker lohnenswert, denn die Filme und Serien seien so vielfältig wie die christliche Gemeinschaft selbst, so Orsolic.

"Wenn man die Entwicklung von Jesusfilmen und -serien betrachtet, erkennt man, dass sich in ihnen das Menschenbild und die religiösen Bedürfnisse ihrer Zeit spiegeln. Die Darstellung Jesu ist gewissermaßen ein Seismograph kultureller und gesellschaftlicher Veränderungen", meint Orsolic. So sei der Messias in der klassischen Hollywood-Phase häufig stark erhöht dargestellt worden: "unnahbar, fast übermenschlich, mit Zügen eines moralisch unerschütterlichen 'Superhelden'. Das entsprach einem Bedürfnis nach Orientierung, Klarheit und Autorität in einer Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher Umbrüche."

Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts habe sich dieses Bild jedoch spürbar verändert: Filme und auch neuere Serien hätten stärker die menschliche Seite Jesu in den Vordergrund gestellt - seine Zweifel, Ängste und inneren Konflikte. Die Verschiebung von einer distanzierten Verehrung hin zu einer existenziellen Aneignung lasse sich auch so beschreiben: "Jesus wird nicht kleiner gemacht, sondern näher herangeholt." Autorität in der Religion werde weniger selbstverständlich akzeptiert, stattdessen würden persönliche Erfahrung und Authentizität an Bedeutung gewinnen.

Spätestens seit dem amerikanischen Serienhit "The Chosen" (2019 - ) ist Jesus in der Populärkultur angekommen. Die Serie, die auf der Bibel basiert, ist mittlerweile in 125 Sprachen verfügbar und erhielt dafür unlängst einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde. Dazu Orsolic: "Popkultur ist keineswegs ein 'Nebenort', sondern ein Hauptfeld, an dem Menschen heute religiösen Themen begegnen und ihre Vorstellungen von Sinn, Welt und - oft indirekt - auch von Gott entwickeln. Filme und Serien über Jesus sind viel mehr als Unterhaltung, sie sind ein Spiegel religiöser Suchbewegungen unserer Zeit und ein Ort, an dem theologische Kommunikation neu stattfinden kann."

Filmempfehlungen für die Osterzeit

Grundsätzlich eröffne jeder Film und jede Serie auf ihre Weise einen Zugang zu den Geschichten und existenziellen Themen des Evangeliums, die verschiedene Sehgewohnheiten, Interessen und theologische Perspektiven ansprechen, so Orsolic, der für die Osterzeit mehrere Filme für jeden Geschmack empfiehlt:

Wer etwa die Evangelien klassisch und wortgetreu erleben möchte, finde in "Das Evangelium nach Matthäus" (1964, R: Pier Paolo Pasolini) einen ruhigen, textnahen Film. Für einen menschlicheren Jesus mit inneren Konflikten eigne sich "Die letzte Versuchung Christi" (1988, R: Martin Scorsese).

Eine musikalische und moderne Darstellung bietet "Jesus Christ Superstar" (1973, R: Norman Jewison). "Die Passion Christi" (2004, R: Mel Gibson) liefere laut Orsolic "eine intensive, emotionale Darstellung der letzten Stunden Jesu, wobei theologische Reflexion weniger im Vordergrund steht". "Risen" (2016, R: Kevin Reynolds) erzählt die Geschichte aus der Perspektive eines skeptischen römischen Hauptmanns und "eignet sich für alle, die den Glauben aus Sicht von Zweifeln nachvollziehen möchten".

Faszination Passion Christi

Es gibt wohl keine andere Szene, die so viele Darstellungen wie die Passion Christi kennt und der sich gläubige sowie atheistische Regisseure auf Theaterbühnen oder der Leinwand widmen. Für viele gilt die Arbeit an diesem Stoff fast als Ritterschlag, "weil die Erzählungen so kraftvoll sind, dass sie Menschen aller Überzeugungen berühren und zur künstlerischen Auseinandersetzung einladen", sagte Orsolic. Es gehe um universelle Themen wie Schuld, Verrat, Vergebung, Sinnsuche, Leiden und Hoffnung. Deshalb hänge die Faszination für das Leben Jesu nicht zwangsläufig von persönlicher Religiosität oder institutioneller Zugehörigkeit ab. "Regisseure wie Pier Paolo Pasolini zeigen, dass sich die Evangelien auch aus einer säkularen oder kritischen Perspektive erzählen lassen, ohne die existenzielle Kraft der Figur Jesu zu verlieren", erklärte der Theologe.

Die populäre amerikanische Serie "The Chosen" ermöglicht es gerade jungen Menschen, sich mit dem Glauben auseinanderzusetzen. Über mehrere Staffeln begleitet sie Jesus und seine Jünger und schafft es dabei, "die Figuren und Geschichten der Evangelien sehr nahbar und menschlich darzustellen" - "ein zentraler Faktor für den Erfolg der Serie", so der Pastoraltheologe.

"The Chosen"-Fan Papst Leo

Selbst Papst Leo XIV. hat sich als Fan der Serie entpuppt. Auf sozialen Medien postete Jesus-Hauptdarsteller Jonathan Roumie ein Selfie mit dem katholischen Oberhaupt und lädt Fans der Serie ein, mit ihm online Rosenkranz zu beten. Roumie startete sogar eine Fastenchallenge, regte an, jeden Tag der Fastenzeit eine Folge der Serie anzusehen, und wirbt mit prominenter Unterstützung von Marvel-Star Chris Pratt und dem oscarnominierten Mark Wahlberg für die Gebets-App Hallow.

"Der Hauptdarsteller Jonathan Roumie reflektiert seine Rolle auch öffentlich, was die Identifikation verstärkt und eine begleitende spirituelle Erfahrung ermöglicht, die manchen Zuschauern fast wie ein moderner, digitaler Zugang zum Glauben dient", sagte dazu Orsolic. Man müsse allerdings vorsichtig sein, "den Glauben nicht zu strategisch inszenieren zu wollen", betonte der Pastoraltheologe. "Wirkliche Wirkung entsteht nur durch authentisches Zeugnis und die Möglichkeit, dass sich eine vertiefte, reflektierte Version des Glaubens vermittelt." Die Stärke von "The Chosen" liege darin, dass Geschichten und Figuren für sich wirken und Menschen auf persönliche, unverbindliche Weise berühren, ohne sie zu belehren oder zu manipulieren.

Glaubensvermittlung

Dass die Popularität von Bibelfilmen und Serien auch zur Glaubensvermittlung oder Glaubensbindung beiträgt, ist für den Pastoraltheologen und HTL-Lehrer gewiss. Obwohl Forschungen zeigen, dass das Wissen über Glauben und die institutionelle Bindung an die Kirche zunehmend erodiert, bedeute das nicht, dass christliche Narrative und Werte verschwunden sind, so Orsolic. Implizit seien sie immer noch in Geschichten, moralischen Bildern und kulturellen Codes präsent, "die Menschen prägen, selbst wenn sie sich nicht als religiös verstehen".

Genau hier könnten Jesus-Filme und -Serien eine Brücke schlagen: "Wenn religiöses Wissen abnimmt, bieten sie häufig den ersten Zugang zu biblischen Geschichten. Historische Bibelfilme ebenso wie moderne Adaptionen, die Evangelien in heutige Kontexte übertragen, ermöglichen jungen Menschen, sich mit Sinn- und Glaubensfragen auseinanderzusetzen - oft auf eine niederschwellige, aber tiefgründige Weise", sagte der Pädagoge.

Ihr "missionarischer" Beitrag liege dabei "weniger in institutioneller Überzeugungsarbeit als darin, Menschen über narrative Erfahrung und Identifikation einen Zugang zum Glauben zu eröffnen". So helfen Filme und Serien über Jesus und die Bibel, "Glaubenswissen, Werte und existenzielle Fragen in einer für die heutige Lebenswelt anschlussfähigen Form erfahrbar zu machen".

Am Donnerstag hält Orsolic seinen Vortrag "Jesusfilme und Serien: Jesus auf der Leinwand" im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten (19 Uhr).

Kathpress-Schwerpunkt mit zahlreichen Meldungen zum Thema Karwoche und Ostern unter www.kathpress.at/ostern
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