Abgesetzter Pfarrer aus der Diözese Passau aus Klerikerstand entlassen
27.03.202613:02
Deutschland/Kirche/Personalien/Konflikte
Streit hatte vergangenes Jahr über Bayern hinaus für Schlagzeilen gesorgt
München, 27.03.2026 (KAP/KNA) Im Streit um einen vor knapp einem Jahr aus dem Dienst genommenen katholischen Priester in der bayerischen Diözese Passau liegt nun eine Entscheidung aus dem Vatikan vor. Papst Leo XIV. hat den Geistlichen auf dessen Antrag hin mit Wirkung vom 26. Jänner 2026 aus dem Klerikerstand entlassen und laisiert. Das geht laut deutscher Katholischer Nachrichten-Agentur (KNA) aus dem aktuellen Amtsblatt der Diözese hervor. Der Mann könne daher im Auftrag der katholischen Kirche keine priesterlichen Dienste oder seelsorgerlichen Aufgaben mehr erfüllen, heißt es weiter.
Ebenfalls im Jänner hatte bereits die Staatsanwaltschaft Passau ihre Vorermittlungen gegen den Mann eingestellt. Demnach ergab sich kein Anfangsverdacht für das Vorliegen einer Straftat. Der Pfarrer war zum 24. März 2025 außer Dienst genommen worden. Der Passauer Bischof Stefan Oster stellte per Dekret den Amtsverzicht des Pfarrers fest. Dem widersprach der Seelsorger allerdings öffentlich.
Im Raum stehen bis heute ungeklärte Vorwürfe gegen ihn: Alkoholmissbrauch in der Jugendarbeit, Mobbing und geistliche Manipulation. Der Priester bestreitet jedes Fehlverhalten, es gilt die Unschuldsvermutung. Zum 1. September ernannte Bischof Oster einen Franziskaner aus der Diözese Regensburg zum Nachfolger in der Pfarrseelsorge.
Monatelang für Verbleib im Amt gekämpft
Vergangenen September erklärte der außer Dienst gestellte Pfarrer, nicht länger Geistlicher sein zu wollen. Die Diözese Passau informierte sodann über den Eingang eines entsprechenden Antrags und ergänzte, das Schreiben an die Glaubensbehörde im Vatikan weitergeleitet zu haben.
Vor seiner Erklärung, den Klerikerstand verlassen zu wollen, hatte der von seinem Bischof sanktionierte Priester monatelang für seinen Verbleib im Amt gekämpft. Tausende Anhänger setzten sich für ihn ein, es kam bis hin zu einer Demonstration vor dem Amtssitz des Passauer Bischofs. Der Streit machte dadurch auch über Bayern hinaus Schlagzeilen.
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