Papst an Monacos Katholiken: Lebensrecht und Glauben verteidigen
28.03.202612:23
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Leo XIV. bei eintägigem Staatsbesuch in der Kathedrale Notre-Dame Immaculée: Tendenzen des Säkularismus Einhalt gebieten
Vatikanstadt/Monaco, 28.03.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat die Katholiken in Monaco aufgerufen, sich leidenschaftlich für den Glauben und das Lebensrecht aller einzusetzen. "Verkündet das Evangelium des Lebens, der Hoffnung und der Liebe; bringt allen das Licht des Evangeliums, damit das Leben jedes Mannes und jeder Frau von der Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende verteidigt und gefördert wird", sagte er am Samstag in der Kathedrale Notre-Dame Immaculée in Monaco.
Ebenso sollten die Katholiken den Tendenzen des Säkularismus Einhalt gebieten, die drohten, den Menschen auf den Individualismus zu reduzieren und das gesellschaftliche Leben lediglich auf die Schaffung von Wohlstand zu gründen, sagte der Papst bei seinem eintägigen Staatsbesuch im - nach dem Vatikanstaat - zweitkleinsten Land der Welt, in dem der Katholizismus Staatsreligion ist. Mehr als 80 Prozent der rund 38.500 Monegassen sind katholisch.
Kennzeichen der Gemeinschaft der Kirche sei, Widerschein der Liebe Gottes zu sein, der keine Unterschiede zwischen den Menschen mache, so der Papst. In diesem Sinne besitze die Kirche Monacos einen großen Reichtum als ein Ort, "wo alle Aufnahme und Gastfreundschaft finden, in jener sozialen und kulturellen Mischung, die ein typisches Merkmal von euch ist", sagte Leo.
Soziale Unterschiede
In dem kleinen kosmopolitischen Staat mit seiner Vielfalt aus Monegassen, Franzosen, Italienern und Menschen vieler anderer Nationalitäten kämen zu den verschiedenen Herkünften auch Unterschiede sozioökonomischer Art hinzu. "In der Kirche führen solche Unterschiede niemals zu einer Spaltung in soziale Klassen", betonte das Kirchenoberhaupt. "Im Gegenteil: Alle gehören als Menschen und Kinder Gottes dazu, und alle sind Adressaten einer Gnadengabe, die Gemeinschaft, Geschwisterlichkeit und gegenseitige Liebe fördert."
Ein lebendiger Glaube provoziere auch Fragen: "Verteidigen wir wirklich den Menschen? Bewahren wir die Würde des Menschen durch den Schutz des Lebens in all seinen Phasen? Ist das derzeitige Wirtschafts- und Sozialmodell wirklich gerecht und von Solidarität geprägt?", gab Leo XIV. zu bedenken.
Der Glaube müsse mit neuen Mitteln und Sprachen, auch digitalen, verkündet werden, betonte der Papst. "Alle müssen beständig und kreativ in ihn eingeführt und in ihm gebildet werden", sagte Leo XIV.
Fahrt im offenen Papamobil
Zuvor war er im Fürstenpalast von Albert II., Fürstin Charlène und weiteren Mitgliedern des Fürstenhauses empfangen worden. Auf dem Balkon des Palaste hatte er eine Rede gehalten. Anschließend fuhr er im offenen Papamobil zur Kathedrale. Viele Menschen säumten die Straßen und jubelten ihm zu.
Weiter stand eine Begegnung mit Jugendlichen in der Kirche Sainte Dévote und eine Stadionmesse auf dem Programm. Gegen 17.30 Uhr soll der Papst wieder in den Helikopter Richtung Vatikan steigen.