Kardinal Woelki: "Ich bin sehr für eine synodale Kirche"
30.03.202613:53
Deutschland/Kirche
Kölner Erzbischof lässt aber noch offen, ob er sich an einer möglichen Synodalkonferenz in Deutschland beteiligen würde
Köln, 30.03.2026 (KAP/KNA) Der Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki kann noch nicht sagen, ob er sich an einer möglichen Synodalkonferenz in Deutschland beteiligen würde. Im Interview der "Kölnischen Rundschau" (Wochenende) betonte er jedoch: "Ich bin sehr für eine synodale Kirche." Er sehe darin in erster Linie einen geistlichen Prozess: "Es finden Gespräche - auch die unbequemen - im Heiligen Geist statt, und es geht immer darum, wie wir alle unsere Entscheidungen am Auftrag Jesu ausrichten können."
Aus dem Reformprozess "Synodaler Weg" der katholischen Kirche in Deutschland hatte sich Woelki zurückgezogen; im Februar hatte die Deutsche Bischofskonferenz der Satzung der geplanten Synodalkonferenz mehrheitlich zugestimmt. In diesem neuen Gremium sollen Bischöfe und Laien auf Bundesebene gemeinsam über wichtige Zukunftsfragen beraten und Beschlüsse fassen. Jetzt ist der Vatikan am Zug. Auch er muss den Plan absegnen, bevor es im November losgehen kann.
Dankbar für Haltung von Papst Leo XIV.
Woelki verwies auf Äußerungen von Papst Leo XIV., der jüngst erklärt habe, "dass die Hierarchie der Kirche und die Übertragung des Weiheamts an Männer keine menschliche Konstruktion ist, sondern eine göttliche Einrichtung. Jeder muss für sich schauen, ob er das akzeptieren kann oder mit anderen Überzeugungen unterwegs ist. Ich halte mich jedenfalls an den Papst."
Das große Anliegen Leos sei es, "zu versöhnen und Gräben zu überwinden. Er ist ein sehr zugewandter, hörender Mensch, der nicht zu vorschnellen Urteilen neigt." Er sei dem Papst sehr dankbar, so Woelki, "dass er sich bemüht, durch den klaren Fokus auf die Verkündigung des Evangeliums eine Basis zu schaffen, die die verschiedenen Gruppen in Christus eint". In einer polarisierten Welt würden die Ränder immer stärker: "In der Politik, aber auch in der Kirche besteht eine solche Gefahr."