55-jähriger Erzbischof Paolo Rudelli wird Substitut für Allgemeine Angelegenheiten im Staatssekretariat, Pena Parra übernimmt Italien-Nuntiatur - Gänswein-Nachfolger als Präfekt im Päpstlichen Haus wird Erzbischof Petar Rajic
Vatikanstadt, 30.03.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat mehrere weitere wichtige Personalentscheidungen im Vatikan getroffen. Am Montag ernannte er den Vatikandiplomaten Paolo Rudelli (55) zum neuen Substituten für Allgemeine Angelegenheiten im Staatssekretariat. Der 55-Jährige wird damit zum neuen zweiten Mann nach Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin (71) in dieser wichtigsten Kurienbehörde. Außerdem berief Leo XIV. den in Kanada geborene kroatisch-stämmigen Erzbischof Petar Rajic (66) zum neuen Präfekten des Päpstlichen Hauses.
Als Substitut im Staatssekretariat agiert Rudelli in der Kirchenverwaltung künftig als eine Art Generalbevollmächtigter im Namen des Papstes. Das Amt des Substituten gilt als eine der einflussreichsten Positionen innerhalb des Vatikans und wird oft mit der Funktion eines Innenministers verglichen.
Der italienische Erzbischof Rudelli war zuletzt seit 2023 Papstbotschafter in Kolumbien. Zuvor vertrat er den Heiligen Stuhl in Simbabwe und beim Europarat in Straßburg. Den seit 2018 amtierenden bisherigen Substituten, den aus Venezuela stammenden Erzbischof Edgar Pena Parra (66), ernannte der Papst zum Botschafter in Italien und San Marino, wie das vatikanische Presseamt bekanntgab.
Gänswein-Nachfolger im Päpstlichen Haus
Pena Parra wiederum ist auf dem Botschafter-Posten Nachfolger von Erzbischof Rajic, dessen Ernennung zum Präfekten des Päpstlichen Hauses am Montag zeitgleich mit den beiden anderen Personalien veröffentlicht wurde. Der Posten war faktisch seit Anfang 2020 unbesetzt, als Papst Franziskus (2023-2025) den damals bei ihm in Ungnade gefallenen Erzbischof Georg Gänswein beurlaubte. Seitdem kümmerte sich der "Regent" Leonardo Sapienza um die Abläufe im Päpstlichen Haus. Dort werden vatikanische Zeremonien und Audienzen sowie Reisen des Papstes innerhalb Italiens organisiert.
Rajic ist ein erfahrener Vatikandiplomat. Vor seiner Tätigkeit als Apostolischer Nuntius für Italien und San Marino arbeitete er als Papstbotschafter im Baltikum. Weitere Stationen Rajics waren auf der Arabischen Halbinsel und in Afrika.
Neue Mitglieder in Entwicklungsbehörde
Auch die vatikanische Entwicklungsbehörde besetzte der Papst am Montag teils neu und ernannte sieben Männer und vier Frauen zu neuen Mitgliedern. Unter ihnen sind die Erzbischöfe von Monterrey in Mexiko, Rogelio Cabrera Lopez, und von Lubumbashi, Fulgence Muteba Mugalu. Auch der zum Augustinerorden gehörende Weihbischof Lizardo Estrada Herrera aus Cuzco (Peru) wurde ernannt. Ferner machte der Papst drei US-Amerikaner zu Mitgliedern der Behörde: Daniel Gerard Groody, Vizepräsident der katholischen Universität von Notre Dame, Dylan Mason Corbett, der das Hope Border Institute in El Paso (Texas) leitet, und die Theologin Meghan Clark von der St. John's University in New York.
Weitere vom Papst ernannte Frauen sind die aus der Demokratischen Republik Kongo stammende und in Berkeley (Kalifornien) lehrende Leocadie Wabo Lushombo, die in Genf bei der katholischen Migrationskommission arbeitende Inderin Christine Nathan und die in Uganda wirkende Ordensfrau und Psychologin Linah Siabana. Ferner ernannte der Papst den Leiter des Jesuiten-Netzwerks für Gerechtigkeit und Ökologie in Nairobi, Pater Rampeoane Hlobo SJ, und den Forscher Carlos A. Nobre von der Universität São Paulo in Brasilien zu Mitgliedern der Behörde.