Patriarch von Konstantinopel in Nachfolge von Papst Benedikt XVI. als Mitglied der Französischen Akademie der Moral- und Politikwissenschaften aufgenommen
Paris, 31.03.2026 (KAP) Am Montag fand im Institut de France in Paris die Zeremonie zur Aufnahme des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. als ausländisches assoziiertes Mitglied der Französischen Akademie der Moral- und Politikwissenschaften statt. Er nimmt den Platz ein, den zuvor Kardinal Joseph Ratzinger/Papst Benedikt XVI. innehatte. Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte das entsprechende Ernennungsdekret bereits vor einem Jahr unterzeichnet.
Wie Patriarch Bartholomaios in seiner Festansprache sagte, sei es für ihn eine große persönliche Auszeichnung und Verpflichtung zugleich, auf diesem Stuhl der Akademie auf Papst Benedikt XVI. zu folgen. Im Blick auf den Papst sprach der Patriarch von einem Ort lebendiger Erinnerung und zugleich einem Zeichen der Hoffnung: "Erinnerung an ein Leben, das der Suche nach Wahrheit und Vernunft gewidmet war. Hoffnung, dass der Weg der lebendigen Begegnung, den wir mit ihm teilen durften, über Zeit und Raum hinaus weitergehen wird."
Spirituelle Verbindung Rom-Konstantinopel
Bartholomaios hob die spirituelle Verbindung zwischen Rom und Konstantinopel, zwischen dem alten und dem neuen Rom, hervor. So werde dieser Ort zu einem Ort des Dialogs, an dem das gemeinsame Erbe nicht in der Vergangenheit erstarrt, sondern in der Verantwortung für Gegenwart und Zukunft erneuert wird.
Bartholomaios würdigte in seiner Ansprache ausführlich Leben und Werk Joseph Ratzingers/Benedikt XVI. als Theologe und Kirchenoberhaupt. Dieser habe die seltene Gabe besessen, "Intelligenz und Spiritualität, Treue und Offenheit, Klarheit und Demut zu vereinen". So sei sein Leben zum Zeugnis der Einheit von Theologie und Gebet bzw. von Wahrheit und Liebe geworden. Sein Werk werde weiterhin Früchte tragen, "auch wenn wir seine Stimme und seine Gegenwart vermissen".
Bartholomaios bekannte sich abschließend dazu, den Dialog im Geiste der Wahrheit und der Liebe fortzuführen, "im Dienst an der Einheit der Kirche und des Friedens der Welt". Im Anschluss an den Festakt wurde der Patriarch von Präsident Macron und Premierminister Sébastien Lecornu empfangen.