Kirchenoberhäupter fordern mehr Einsatz von den syrischen Sicherheitskräften gegen unkontrollierte Verbreitung von Waffen
Damaskus/Wien, 01.04.2026 (KAP) Aufgrund der jüngsten gewalttätigen Ausschreitungen gegen Christen wird es in Syrien zu Ostern verstärkte Sicherheitsmaßnahmen rund um Kirchen geben. Das berichtet etwa das türkische Infoportal "Yeni Safak". Das syrische Innenministerium hat demnach zusätzliches Sicherheitspersonal vor Kirchen in Städten mit hohem christlichen Bevölkerungsanteil in Position gebracht.
Wie angespannt die Lage derzeit ist, verdeutlicht auch eine gemeinsame Erklärung der syrischen Kirchenoberhäupter: Der syrisch-orthodoxe Patriarch Aphrem II., der antiochenisch-orthodoxe Patriarch Johannes X. und der melkitisch-katholische Patriarch Youssef Absi haben darin mit deutlichen Worten zu einem Ende der Gewalt aufgerufen.
Die Kirchenoberhäupter zeigten sich ob der Sicherheit für die Christen höchst besorgt und sehen den Frieden zwischen den Religionen ernsthaft bedroht. Sie fordern die politisch Verantwortlichen auf, die unkontrollierte Verbreitung von Waffen endlich einzudämmen und Sicherheit und Stabilität zu schaffen sowie die Würde ausnahmslos aller Bürger zu schützen. Syrien habe nur dann eine gute Zukunft, wenn alle Bürger ungeachtet ihrer ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit gleiche Rechte und Pflichten hätten. Das Krisentreffen der drei Patriarchen fand im antiochenisch-orthodoxen Patriarchat in Damaskus statt.
Anlässlich der bevorstehenden Osterfeierlichkeiten bestätigten die Patriarchen, dass die Feiern nur in den Kirchen stattfinden werden. Öffentliche Umzüge oder sonstige Feiern werde es aus Sicherheitsgründen nicht geben.
Jesuit Baumgartner: "Unsicherheit macht sich breit"
Hintergrund sind u. a. Übergriffe auf die vor allem von Christen und Alawiten bewohnte Stadt Sukajlabijah im Zentrum Syriens am vergangenen Freitag. Bewaffnete drangen dabei in Häuser, Geschäfte, Restaurants, Bars ein, bedrohten die mehrheitlich christlichen Zivilisten und belästigten Frauen.
"Viele Christinnen und Christen in Syrien haben nach den Übergriffen von Suqailabiyya Angst. Unsicherheit macht sich breit", berichtete der aus Österreich stammende und seit Jahren in Aleppo lebende Jesuitenpater Gerry Baumgartner laut einer Mitteilung der Päpstlichen Missionswerke "Missio" vom Mittwoch.
Baumgartner sprach angesichts der Übergriffe von einer "tieftraurigen Situation", gerade zum für die Christen zentralen Osterfest: "Wir in Aleppo beten weiter, wir werden feiern soweit wir es können und wir versuchen, das Beste für die Kinder und Jugendlichen und alle Christinnen und Christen zu ermöglichen, damit sie die Auferstehung unseres Erlösers gebührend begehen können", so der Jesuit.
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