Pilotprojekt verbindet Seelsorge, Sozialarbeit und Nachbarschaft in Wien-Margareten - Kooperation zwischen Erzdiözese Wien und Caritas Wien - Eröffnung am 9. April
Wien, 01.04.2026 (KAP) Gottesdienstraum, Sozialzentrum, Wärmestube, "Klimaoase" und Partylocation: Die Wiener Pfarrkirche "Auferstehung Christi" wird seit November 2025 umgebaut und eröffnet im April in neuer Form als "Kirchenschiff". Mit dem Pilotprojekt von Erzdiözese Wien und Caritas Wien entstehe in Wien-Margareten eine "neue Art kirchlicher Präsenz, die offen in den Sozialraum ist", erklärt Katharina Renner, Leiterin der PfarrCaritas Wien und "Kirchenschiff"-Projektverantwortliche gegenüber der Nachrichtenagentur Kathpress. Die Angebote sollen sich flexibel am Bedarf vor Ort orientieren. "Wir bleiben damit dem Auftrag von Kirche und Caritas treu, sind aber beweglich, reagieren auf den Sozialraum und können anbieten, was gerade vor Ort notwendig ist", so Renner.
"Projekte, wie das 'Kirchenschiff' sind eine von vielen Möglichkeiten, wie Kirche künftig weiterhin eine Rolle in der Gesellschaft spielen kann", führt Renner weiter aus. Das Pilotprojekt wird am 9. April um 10 Uhr mit einem Gottesdienst mit dem Wiener Erzbischof Josef Grünwidl und geladenen Gästen eröffnet; ab 14 Uhr folgt ein "Open House" u.a. mit Musik, Workshops und Kinderprogramm sowie einer Eröffnungsparty.
Im Kirchenraum und den angrenzenden Gebäuden werden künftig soziale Angebote gebündelt, darunter Lebensmittel- und Kleiderausgabe, Sozialberatung und Lernbetreuung. Ergänzend sind eine Wärmestube sowie Veranstaltungs- und Begegnungsräume geplant. Gleichzeitig soll der Ort für Initiativen aus dem Grätzl sowie für kulturelle und spirituelle Veranstaltungen offenstehen. Ziel sei es, "ein Raum für Gemeinschaft, Hilfe und Spiritualität" zu schaffen. Weiters wird eine eigens angestellte Pastoralassistentin vor Ort tätig sein.
Pilotprojekt ohne Profanierung
Das Projekt verstehe sich ausdrücklich aus den kirchlichen Grundaufträgen heraus, betont die Theologin. "Wir leben eine Verbindung von Caritas und Liturgie, die oft sehr getrennt ist. Diese enge Verbindung ist etwas Neues." Damit gehe auch ein Perspektivenwechsel einher: "Wir gehen hinaus und sind im Umfeld der Kirche unterwegs. Damit sind wir nicht eine binnenkirchliche Gemeinde, sondern eine Gemeinde nach Außen." Und weiter: "Wir können damit anbieten, was gerade vor Ort gebraucht wird", so die Leiterin der Pfarrcaritas der Erzdiözese Wien. Auch die Gottesdienste würden bewusst in diesem Zusammenhang gestellt: "Alles, was mit Gottesdienst zu tun hat, bindet immer das soziale Umfeld mit ein."
Das Projekt wird von der PfarrCaritas gemeinsam mit der Erzdiözese Wien umgesetzt und gilt als Pilotmodell für eine neue Nutzung kirchlicher Räume. Die Kirche werde aber nicht profaniert, "sie bleibt als Ort für Gottesdienst bestehen", stellt Renner weiter klar.
Für die Erzdiözese Wien gilt das "Kirchenschiff" als Pilotprojekt für den Umgang mit veränderten Rahmenbedingungen. "Nicht mehr im klassischen Sinn benötigte Kirchenräume sind ein leerer Raum, der eine Chance darstellt, dass dort Menschen zusammenkommen, dass dort Neues entstehen kann", sagte dazu Markus Beranek, Leiter des Pastoralamtes der Erzdiözese Wien, am 25. März in der Ö1-Radiosendung "Im Fokus". Hintergrund seien zudem sinkende Gottesdienstzahlen und hohe Erhaltungskosten. (Link: https://www.kirchenschiff.at)