Krautwaschl: Kirche darf sich nicht in "eigene vier Wände" zurückziehen
01.04.202617:37
Österreich/Kirche/Religion/Ostern/Brauchtum
Grazer Bischof warnt bei Chrisammesse vor Angst und Resignation: "Nicht ich allein bin Kirche"
Graz, 01.04.2026 (KAP) Angesichts von Krisen, gesellschaftlichen Umbrüchen und innerkirchlicher Verunsicherung hat der Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl bei der Chrisammesse am Mittwoch im Grazer Dom zu Vertrauen und Zusammenhalt aufgerufen. Viele Entwicklungen könnten Angst auslösen und dazu verleiten, sich "in die sprichwörtlichen, eigenen vier Wände zurückzuziehen", so der Bischof. Das betreffe auch virtuelle "Meinungsblasen", die einem glauben lassen "vermeintlich in Sicherheit und Gemeinschaft zu leben", aber auch Christinnen und Christen. "Da gibt es so manches Jammern." Gründe seien demografische wie gesellschaftliche Veränderungen sowie rückläufige Katholikenzahlen hierzulande.
"So stellt sich bei manchen angesichts von ernüchternden Zahlen rund um die katholische Kirche die Frage, ob ich denn nicht aufs falsche Pferd gesetzt hätte?" Dem stellte der Bischof die biblische Zusage entgegen: "Der Geist Gottes, des Herrn, ruht auf mir. Denn der Herr hat mich gesalbt." Daraus könnten Gläubige ihren Auftrag erfüllen und eine Lebensbotschaft erhalten.
Zugleich warnte Krautwaschl vor Engführungen im Kirchenverständnis - trotz berechtigter Sehnsucht nach Sicherheit: "Nicht ich allein bin Kirche, nicht mein Weg kann der allein seligmachende sein." Angesichts der Vielfalt der Charismen, der Bandbreite derer, die sich in der Nachfolge Jesu Christi verstehen, sei die gemeinsame Ausrichtung auf Christus entscheidend. Christlicher Glaube zeige sich darin, dass "Liebe Barmherzigkeit bedeutet und nicht Macht und Ansehen".
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