Indien erfasst bei Volkszählung erstmals Kasten-Zugehörigkeit
01.04.202614:59
Indien/Bevölkerung/Volkszählung
In zwei Phasen abgehaltener Zensus am 1. April gestartet
Neu Delhi, 01.04.2026 (KAP/KNA) Indien hat am 1. April mit seiner ersten Volkszählung seit 15 Jahren begonnen. Erstmals seit Indiens Unabhängigkeit 1947 wird diesmal auch die Kasten-Zugehörigkeit der Bürger abgefragt, wie indische Medien am Mittwoch berichteten. Neu sei auch, dass die Daten der in zwei Phasen abgehaltenen Volkszählung über eine App digital erfasst würden.
In der ersten Phase sollen bis September Daten über den Zustand von Häusern sowie über Ausstattung und Vermögen der Haushalte erhoben werden. In einer zweiten Phase sollen dann ab Februar 2027 Informationen zu Demografie, Sozioökonomie, Bildung, Migration, Fruchtbarkeit und Religionszugehörigkeit erhoben werden.
Wegen Covid verschoben
Ursprünglich war die Volkszählung für 2021 geplant. Sie wurde aber aufgrund der Covid-19-Pandemie verschoben. Die vorige offizielle Zählung in Indien 2011 ergab 1,21 Milliarden Einwohner. Heute wird die Zahl auf mehr als 1,4 Milliarden geschätzt.
Das Kasten-System von lateinisch "castus", rein, bezeichnet die religiös begründete hierarchische Einordnung gesellschaftlicher Gruppen in Indien. Heute wird es zunehmend als ein System sozialer Unterdrückung gesehen.