490 akut obdachlosen Menschen konnte Notquartier vermittelt werden - Kältetelefon noch bis Ende April erreichbar
Wien, 03.04.2026 (KAP) Mehr als 15.500 Anrufe beim Kältetelefon, hunderte winterfeste Schlafsäcke, warme Kleidung und Decken: Die Caritas der Erzdiözese Wien hat am Freitag eine Bilanz zur Wintersaison gezogen. Mithilfe der Anrufe beim Caritas Kältetelefon konnten 490 akut obdachlose Menschen ein warmes Notquartier in Wien vermittelt werden. Laut Caritasdirektor Klaus Schwertner sei die Nachfrage nach Hilfe bei nahezu allen Hilfsangeboten gestiegen, etwa bei Streetwork, in den Notquartieren, der medizinischen Hilfe, den Wärmestuben und Essensausgaben. Das Kältetelefon der Caritas ist unter 01/480 45 53 noch bis Ende April erreichbar: "Der Winter ist vorbei. Unsere Hilfe geht weiter", so Schwertner. "Denn so wie die Kälte im Winter, wird auch die Hitze im Sommer für obdachlose Menschen zunehmend gefährlicher."
Schwertner erinnerte zudem an den Tod zweier obdachloser Männer im Zuge einer Kältewelle im Jänner. "Die tragischen Todesfälle haben einmal mehr gezeigt, "wie gefährlich das Leben auf der Straße ist." Umso wichtiger sei das dichte Netz der Hilfe, bestehend aus Freiwilligen, Passantinnen und Passanten sowie aus anderen Hilfsorganisationen und dem Fonds Soziales Wien. "Diese Hilfe hat verhindert, dass noch mehr Menschen zu Schaden gekommen sind", so Schwertner.
Die Caritas-Streetwork-Teams seien auch nach der Wintersaison nach wie vor täglich in Wien unterwegs und weiterhin auf diese Meldungen angewiesen. "Denn auch mildere Temperaturen können für obdachlose Menschen gefährlich werden", so der Wiener Caritasdirektor.
42.334 Mahlzeiten in der Gruft
Alleine in der Obdachloseneinrichtung "Gruft" konnten seit Anfang November rund 42.300 Mahlzeiten an obdachlose Menschen ausgegeben werden, insgesamt gab es 9.400 Nächtigungen. Auch in den anderen Notquartieren der Caritas sei die Auslastung im Winter 2025/2026 auf hohem Niveau geblieben; rund 620 Menschen konnten dort versorgt werden. Die 42 pfarrlichen Wärmestuben - wo neben Verpflegung und Schutz vor Kälte auch Gemeinschaft geboten wurde - seien von obdachlosen Menschen genauso genutzt worden wie von Menschen, die ihre Wohnungen nicht ausreichend heizen konnten.
Beim Canisibus, dem Suppenbus der Caritas wurden seit November rund 39.000 Teller Suppe von etwa 180 Freiwilligen zubereitet. Das medizinische Angebot des Louisebus nutzten 1.198 Kranke ohne Versicherung.