Wien: Kardinal-König-Haus steht vor großen Herausforderungen
03.04.202612:12
Österreich/Kirche/Orden/Kardinal-König-Haus
Umfangreiche Umbauarbeiten stehen bevor, die laut Direktor P. Schumacher noch nicht ausfinanziert sind
Wien, 03.04.2026 (KAP) Das Wiener Kardinal-König-Haus, ein Bildungs- und Seminarzentrum der Jesuiten und der Caritas-Wien, genießt zum einen höchste Wertschätzung, ist zum anderen laut seinem Leiter P. Helmut Schumacher, trotzdem nur knapp an der Schließung vorbeigeschrammt. Auflagen der Behörden im Zuge einer Renovierung hätten zu großen Herausforderungen baulicher und finanzieller Art geführt, so Schumacher im Interview mit der "Presse" (Freitag). Noch sei man nicht über dem Berg. Dabei sei das Haus ein "Hoffnungs- und Kraftort", wie es Direktor Schumacher definierte.
Vier Wochen nach seinem Amtsantritt Ende Mai 2024 wäre eigentlich eine Routinesitzung im Kalender angestanden. Ein für das Jahr 2025 geplanter kleiner Umbau sollte final besprochen werden. Der zuständige Architekt habe dann aber eine Hiobsbotschaft überbracht: Der Brandschutz müsse, gestützt auf Gutachteraussagen, aufgrund verschärfter Bestimmungen so gut wie im gesamten Haus komplett erneuert werden. "Falls wir das nicht tun, wäre die Konsequenz gewesen, dass wir das Haus schließen", erläuterte Schumacher.
Die Vernetzung der bestehenden Brandmelder sei dabei das geringste Problem. Gleich zwei neue Fluchtstiegen müssten gebaut, im Exerzitienhaus alle Decken entfernt und mit besserem Brandschutz versehen sowie Brandschutztüren eingebaut werden. Um das Errichten einer dritten Fluchtstiege zu verhindern, müsse im Exerzitienhaus darüber hinaus eine Druckbelüftungsanlage eingebaut werden.
Laut einer ersten Kostenschätzung wurden vier Millionen Euro angenommen. Mittlerweile stehe das Projekt bereits bei 5,5 Millionen Euro, so Schumacher. Durch den aktuellen Iran-Krieg seien neue Überraschungen aber leider nicht auszuschließen, zeigte sich der Direktor besorgt: "Ich habe große Sorge, dass es noch teurer wird."
Dabei gingen die Ausschreibungen für das Bauvorhaben schon nach draußen. In den nächsten Wochen erwarte er einen positiven Baubescheid der Stadt Wien und hoffe auch noch immer auf deren finanzielle Unterstützung. Die Zeit werde langsam knapp, denn von Juli bis Ende September soll das Haus komplett geschlossen werden. Auch die im Haus lebenden neun Jesuiten müssten ausziehen. Dann soll gebaut werden.
Im Idealfall würde während des Sommers, wenn im Kardinal-König-Haus ohnedies sonst wenig Betrieb ist, auch der Eingangsbereich und ein Teil der Gästezimmer erneuert werden. Damit stehe das Gesamtprojekt aber bereits bei 8,4 Millionen Euro Kosten. Der Haken: "Wir brauchen noch Geld", so der Direktor. Das Vorhaben sei nicht ausfinanziert, weitere Gespräche mit Unternehmen und Institutionen notwendig, so der Ordensmann.