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Kreuze mit aufgehender Sonne
Bild Copyright: © pixabay / gemeinfrei

Marketz: Karfreitag als Aufruf zu Mitgefühl und Verantwortung

03.04.2026 10:11
(zuletzt bearbeitet am 03.04.2026 um 11:49 Uhr)
Österreich/Kirche/Ökumene/Karfreitag/Marketz
Kärntner Diözesanbischof bei ökumenischem Gottesdienst in evangelischer Pfarrkirche Villach-Nord: "Es ist ein Aufruf, nicht wegzusehen, wo Menschen heute leiden: in den Rissen unserer Gesellschaft, in den Krankenhäusern, in den Kriegsgebieten" - Superintendentin Mattioli: Karfreitag gibt menschlichem Leid Raum und Würde - Kritik an Abschaffung des Feiertags für Evangelische
Klagenfurt/Linz/Innsbruck, 03.04.2026 (KAP) Der Karfreitag ist kein Tag des Ausweichens, sondern Möglichkeit, Schmerz und Ungerechtigkeit bewusst wahrzunehmen: Der Tag des Leidens und Sterbens Jesu Christi am Kreuz rufe zu Mitgefühl und konkreter Verantwortung auf, so der Kärntner Diözesanbischof Josef Marketz am Karfreitag bei einem ökumenischen Gottesdienst in der evangelischen Pfarrkirche Villach-Nord. Er stand dem Gottesdienst gemeinsam mit der evangelischen Superintendentin Andrea Mattioli vor. Die Passionsgeschichte führe vor Augen, wie Jesus leide, und fordere dazu heraus, "nicht nur mitleidiges Bedauern, sondern echtes Mitfühlen" zu zeigen, so Marketz in seiner Ansprache. Der ökumenische Gottesdienst wurde live in Radio Kärnten übertragen.

"Es ist ein Aufruf, nicht wegzusehen, wo Menschen heute leiden: in den Rissen unserer Gesellschaft, in den Krankenhäusern, in den Kriegsgebieten. Nicht wegzuhören, wo der Schrei nach Gerechtigkeit laut wird, die Ohnmacht nicht mehr auszuhalten ist". Dieses Mitgefühl müsse sich auch im Handeln ausdrücken, sagte Marketz.

Der Bischof betonte auch die ökumenische Dimension: Das Kreuz sei "das Zeichen unserer Erlösung", zugleich aber "ein Zeichen des äußersten Leidens", das alle Christinnen und Christen verbinde. In der Passion zeige sich ein Gott, der gerade im Leid gegenwärtig sei: "Gott ist da, wo es schwierig, mühsam, leidvoll und aussichtslos ist."

Den letzten Ruf Jesu - "Es ist vollbracht" - deutete Marketz als Zeichen der Hoffnung. Dieser sei "kein resigniertes Ende, sondern der Sieg der Liebe Gottes, die alles Leid verwandelt". Deshalb bleibe der Karfreitag "trotz der Dunkelheit ein Tag der Hoffnung".

Mattioli: Karfreitag gibt menschlichem Leid Raum und Würde

Der Karfreitag sei ein Tag, "an dem man innehält, nicht nur individuell", so die Superintendentin der Evangelischen Kirche Kärnten-Osttirol, Andrea Mattioli. Der Tag gebe menschlichem Leid Raum und Würde, "indem wir nicht darüber hinwegfeiern und die schweren Seiten des Lebens als einen Störfall betrachten, der eigentlich nicht sein darf", so die Superintendentin. Sie sei überzeugt, "dass wir diesen Raum brauchen und das Innehalten heilende Kraft entfalten kann. Jesu Leid löst das nicht auf, sondern stellt uns in das Licht Gottes. Es stellt uns in seine Nachfolge, in die Nachfolge des Auferstandenen." Was letztlich zähle und bleibe, sei die Liebe, "die uns zu Verantwortung ruft und zum Widerstand gegen herrschendes Unrecht. Im festen Vertrauen, dass diese Liebe letztlich siegt."

Gegenüber der "Kleinen Zeitung" (Freitag) betonte die Superintendentin, dass es die evangelischen Pfarrgemeinden noch immer ins Herz treffe, dass der Karfreitag für Evangelische und Altkatholiken seit 2019 kein gesetzlicher Feiertag mehr sei. Auch der Sager des damaligen Kanzlers Sebastian Kurz - für 96 Prozent der Österreicher ändere sich nichts - schmerze noch immer, so die Superintendentin. In den Gemeinden habe der Tag zugleich nichts an der Bedeutung verloren: Die Gottesdienste am Karfreitag zählten noch immer zu den meistbesuchten des Jahres.

Bischöfin: Abschaffung des Feiertags für Evangelische war "Schande"

In die gleiche Kerbe wie Superintendentin Mattioli schlug am Freitag auch einmal mehr die evangelische Bischöfin Cornelia Richter. Die Abschaffung im Jahr 2019 bezeichnet sie gegenüber dem ORF-OÖ als "Schande". Sie werde weiterhin um diesen Feiertag kämpfen.

Auch der für Tirol und Salzburg zuständige Superintendent Olivier Dantine äußerte sich gegenüber dem ORF-Tirol in gleicher Weise. "Es gibt ständig Gespräche mit Politikerinnen und Politikern. Das Thema ist sicher nicht erledigt", betonte Dantine. Am Karfreitag würden traditionell mehr Evangelische in den Gottesdienst gehen als zu Ostern. "Das hat auch mit der Identität zu tun als Minderheit in Österreich, dass wir uns diesen Feiertag als Besonderheit bewahren", erläuterte der Superintendent.

Es gehe aber nicht nur um die Evangelische Kirche, sondern darum, dass dieser wichtige Feiertag "für alle Christen Bedeutung haben soll". Bis dato verhallten alle Appelle aber ungehört. Dantine plädierte dafür, sich am Karfreitag bewusst eine Auszeit zu nehmen und an jene zu denken, die es im Leben schwer haben. Für ihn sei der Tag ein stiller Protest gegen alle Formen von Machtmissbrauch, Gewalt und Krieg. Das Wort Jesu "Selig, die Frieden stiften" sei aktueller denn je.

Angesichts vieler religiös bedingter Auseinandersetzungen weltweit stellt sich für den Superintendenten zudem die Frage nach der Rolle der Religionen. "Es stimmt etwas nicht mit der Art und Weise, wie manche Religion verstehen", sagte Dantine. Religionen hätten das Potenzial, Frieden zu stiften, aber auch ein großes Gewaltpotenzial - "alle Religionen".

Es komme auf die Vertreter und Vertreterinnen der Religionen an, das Positive und Friedenstiftende hervorzuheben und alles Fundamentalistische, das Gewalt fördere, zurückzudrängen. "Ich glaube, dass der Dialog ein ganz wesentlicher Schritt ist, weil durch diesen Dialog wir auch der Welt zeigen können, dass wir in allen Unterschieden, die wir haben, uns gemeinsam auf einen Weg machen, uns gemeinsam respektieren", so der Superintendent. Das sei es, was Religionen der Gesellschaft mitgeben könnten.
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