Jerusalem: Auch orthodoxe Ostern massiv eingeschränkt
03.04.202614:08
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Behörden verbieten Teilnahme von Gläubigen an der Zeremonie des "Heiligen Feuers" in der Grabeskirche
Jerusalem, 03.04.2026 (KAP) Während in den Westkirchen das Osterfest unmittelbar bevorsteht, haben die Orthodoxen Kirchen noch eine Woche Zeit. Doch schon jetzt steht fest, dass in Jerusalem nicht nur die katholischen und reformatorischen Gottesdienste ohne Gläubige stattfinden müssen, auch die orthodoxen Osterfeierlichkeiten werden von massiven Einschränkungen betroffen sein. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht dabei die über 1.200 Jahre alte Liturgie des "Heiligen Feuers" in der Grabeskirche. Am orthodoxen Karsamstag (heuer 11. April) entzündet sich nach dem Volksglauben auf wundersame Weise eine Flamme in der als Grab Christi verehrten Kapelle. Das Feuer wird anschließend an die Menschen in der Kirche und in den Altstadtgassen weitergereicht sowie mit Sonderflügen in verschiedene Länder gebracht.
Tausende Gläubige drängen sich dabei gewöhnlich in und um die Grabeskirche. Auch zu normalen Zeiten gibt es vonseiten der Behörden stets Sicherheitsauflagen. Nun aber sollen nicht nur die Gläubigen völlig ausgeschlossen werden, sondern auch die Zahl der Geistlichen und der Teilnehmenden von offiziellen diplomatischen Delegationen aus vornehmlich orthodoxe geprägten Ländern soll stark eingeschränkt sein.
Die israelische Polizei erklärte laut dem Portal "OrthodoxTimes", die komplexe Sicherheitslage mache es notwendig, dass die Liturgien in einem symbolischen, eingeschränkten Rahmen stattfindet. Der Zugang für Kirchenvertreter zu den Heiligen Stätten sei sichergestellt, damit die Gottesdienste ordnungsgemäß durchgeführt und die alten Osterbräuche am Heiligen Grab bewahrt werden könnten.
Damit sei gewährleistet, dass sowohl die Religionsfreiheit als auch der Schutz von Personen gewahrt blieben. Die Polizei erinnerte daran, dass zuletzt auch Trümmerteile von Raketen bzw. Drohnen auf die Altstadt gefallen seien. Es handle sich um eine reale und gegenwärtige Gefahr für alle Gläubigen.
Das griechisch-orthodoxe Patriarchat von Jerusalem hat sich in einer offiziellen Erklärung betroffen gezeigt. Man nehme die Beschränkungen zur Kenntnis, werde aber nicht im Bemühen um den Erhalt der christlichen Präsenz, den Schutz der heiligen Stätten und der Religionsfreiheit und im Bemühen um die Kontinuität des christlichen Zeugnisses vor Ort nachlassen. In der Erklärung wird u.a. auf die menschenunwürdige Lage der Bewohner von Gaza hingewiesen. Die wiederholten Angriffe von jüdischen Siedlern auf palästinensische Zivilisten und deren Eigentum im Westjordanland wird zugleich scharf verurteilt.