Deutscher Bischof Wilmer unterstreicht Existenzrecht Israels
03.04.202614:47
Deutschland/Israel/Iran/Kirche/Krieg
Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz formuliert in aktuellem Interview zugleich die Bitte, dass der Krieg mit dem Iran sofort endet
Köln/Hildesheim, 03.04.2026 (KAP/KNA) Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, hat das Existenzrecht Israels unterstrichen. Zugleich formulierte er seine Bitte, dass der Krieg mit dem Iran sofort aufhöre, sagte der Hildesheimer Bischof laut vorab veröffentlichten Zitaten im Interview der Woche des Deutschlandfunks, das der Sender am Ostersonntag ausstrahlen wird.
"Zunächst einmal gilt, unser christliches und katholisches Herz ist an der Seite der jüdischen Menschen, erstens. Zweitens, Israel hat ein Recht auf Existenz. Und drittens, unsere Solidarität ist bei allen Menschen, die leiden, die zu Opfern gemacht werden, die Fürchterliches durchmachen", betonte Wilmer. Dieses Leid gebe es auf allen Seiten.
Legitim, wenn sich ein Land verteidigt
Mit Blick auf den Iran-Krieg sagte der Bischof auf die Frage, ob dieser Präventivkrieg legitim sei, es sei auf jeden Fall legitim, dass sich ein Land verteidige. Dies werde auch in Zukunft legitim sein. "Richtig ist die Überlegung und die Kritik, inwieweit ist die Verhältnismäßigkeit der Mittel gewahrt."
Der 64-Jährige, der seit 2018 Bischof von Hildesheim ist, war Ende Februar zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt worden. Künftig steht er an der Spitze der Diözese Münster. Wilmers Amtseinführung ist für den 21. Juni geplant.
"Bin ein durch und durch politischer Mensch"
Im Deutschlandfunk-Interview bezeichnete sich Wilmer auch als "durch und durch" politischen Menschen. Das Evangelium Jesu Christi sei Politik pur, sagte der Bischofskonferenz-Vorsitzende.
"Es geht darum, im Namen Gottes an der Seite der Menschen zu sein, vor allem an der Seite jener, die schwach sind, die bedrängt sind, die verletzt sind, die von der Gesellschaft missachtet werden." Das Evangelium sei politisch, und Gott sei politisch - "weil es ihm um das Heil aller Menschen geht und nicht nur um das Heil einer Elite, die sich auf schöne Inseln zurückzieht", betonte Wilmer.