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Apostolischer Vikar von Aleppo ruft zur Geschlossenheit auf - Gewalt, Spannungen und eingeschränkte Feiern
Aleppo , 04.04.2026 (KAP) In Syrien haben Christinnen und Christen angesichts anhaltender Gewalt, konfessioneller Spannungen und Sicherheitsprobleme nur eingeschränkte Osterfeiern abgehalten. Der apostolische Vikar von Aleppo, Monsignore Hanna Jallouf, sprach im Online-Portal "Vatican News" (4. April) von "gedämpften Feiern, weil die Christen sich nicht sicher fühlen" und appellierte gleichzeitig an die Einheit der Glaubensgemeinschaften: "Griechen, Syrer, Katholiken müssen zum Ursprung zurückkehren. Wir alle glauben an Christus - es ist nicht die Zeit für Spaltungen und Partikularismen."
Laut Jallouf und dem syrisch-katholischen Erzbischof Jacques Mourad belasten Angriffe auf Minderheiten und weitverbreitete Gewalt weiterhin das tägliche Leben. Der Staat könne noch immer nicht das gesamte Territorium kontrollieren, und wirtschaftliche Verbesserungen seien bisher ausgeblieben. Kurz vor Palmsonntag kam es in Suqaylabiyah im Gouvernement Hama zu Übergriffen islamistischer Gruppen auf ein Geschäft von Christen, wobei Eigentum zerstört und Frauen belästigt wurden. Daraufhin seien junge Christen auf die Straße gegangen, um "Gerechtigkeit einzufordern".
"Es ist eine Situation, die uns verletzt und verängstigt hat", so Jallouf, "vor allem wegen des Mangels an Sicherheit und Gerechtigkeit seitens der zuständigen Behörden." Nach diesen Vorfällen habe man mit allen Kirchen beschlossen, die Osterfeiern auf das Gebet innerhalb der Kirchengebäude zu beschränken. "Doch die Sorgen bleiben."
Ostern bleibe aber trotz der Bedrohung ein Symbol der Hoffnung: "Jetzt ist wirklich der Moment, in dem die Christen Syriens sich zeigen und geeint sein müssen. Der auferstandene Christus ist der einzige Retter." In seinen Osterbotschaften ermutigte Jallouf die Gläubigen, trotz Angst und Unsicherheit Vertrauen zu bewahren.
Laut dem apostolischen Vikar von Aleppo ist Ostern für die Christen Syriens ein Aufruf, über konfessionelle Unterschiede hinweg zusammenzustehen und Solidarität zu zeigen. "Die Welt steht Kopf", sagte er, "und die erste Hoffnung ist, dass es nicht zu einem echten Weltkrieg kommt." Für die Syrer werde das zweite Osterfest nach dem Sturz des Regimes sicher weniger ruhig verlaufen als das vorherige: "Die Feiern der Karwoche sind gedämpft, weil die Christen sich nicht sicher fühlen." So sei es bereits zu Weihnachten gewesen, berichtete Jallouf.