Kardinal kritisiert US-Kriegsminister: "Schamlose Gotteslästerung"
05.04.202613:30
(zuletzt bearbeitet am 05.04.2026 um 14:18 Uhr)
Deutschland/Kirche/Krieg/Ostern/Marx
Münchner Kardinal Marx in Osterpredigt mit scharfer Kritik an US-Kriegsminister Hegseth und Moskauer Patriarchem Kyrill
München, 05.04.2026 (KAP/KNA) Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat den Missbrauch von Religion zur Rechtfertigung von Gewalt und Krieg scharf kritisiert. Es sei eine "schamlose Gotteslästerung", wenn der sogenannte US-Kriegsminister Pete Hegseth dafür bete, dass jede Kugel im Iran-Krieg ihr Ziel treffe, sagte der Erzbischof in seiner Predigt am Ostersonntag. Gleiches gelte für die Aussage von Kyrill I., dem orthodoxen Patriarchen von Moskau, der den von Russland begonnenen Angriffskrieg gegen die Ukraine als einen "Heiligen Krieg" bezeichne.
Marx appellierte an die Christen, trotz einer vielfach von Gewalt und nationalistischen Interessen geprägten politischen Lage an der Hoffnung auf eine bessere Welt festzuhalten. Die Menschen sollten sich in ihrem Engagement für Frieden und Solidarität nicht entmutigen lassen, so der Erzbischof von München und Freising.
Ostern ist "Rebellion gegen Tod"
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, hat vom Osterfest als "Rebellion gegen den Tod" gesprochen. Die Auferstehung sei eine "skandalöse Idee; man muss schon ein wenig verrückt sein, um das zu behaupten." Sie stelle eine bewusste Gegenposition zu Hoffnungslosigkeit dar, so der Hildesheimer Bischof in seiner Osterpredigt. Die christliche Botschaft widerspreche der Vorstellung, dass das Leben mit dem Tod ende. Wilmer, der im Juni als Bischof nach Münster wechselt, ermutigte die Christen, auch in schwierigen Lebenslagen an dieser Hoffnung festzuhalten.
Auch der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hob die Friedensbotschaft von Ostern hervor. Das Leiden in der Ukraine, im Libanon, in Palästina und andernorts sei unübersehbar. In dieser Situation sei Ostern, mit der Auferstehung Jesu als Friedenssieg, hochaktuell, so der Erzbischof.
Die neue anglikanische Erzbischöfin von Canterbury, Sarah Mullally, stellte den Nahostkonflikt ins Zentrum ihrer Osterbotschaft. Christen sollten "beten und mit erneuter Dringlichkeit für ein Ende der Gewalt und Zerstörung im Mittleren Osten und am Golf aufrufen", sagte das geistliche Oberhaupt der Church of England in ihrer Osterpredigt. Mullally wurde erst in der vergangenen Woche als 106. Erzbischöfin von Canterbury eingeführt. Sie ist die erste Frau in diesem Amt.