Laienorganisation spricht sich für Gleichstellung von Wehr- und Zivildienst sowie gegen Abbau von Auslandszivildienst aus
Linz, 07.04.2026 (KAP) Die Katholische Aktion Oberösterreich (KA OÖ) fordert eine stärkere Ausrichtung auf gewaltfreie Formen der sogenannten "sozialen Landesverteidigung" sowie eine Gleichstellung von Zivildienst und Wehrdienst. Ziel müsse sein, gewaltfreie Verteidigungsformen auszubauen und damit die gesellschaftliche Widerstandsfähigkeit zu stärken, erklärte dazu KA-OÖ-Vizepräsident Bernhard Steiner in einer Aussendung am Dienstag. Eine soziale Landesverteidigung sei zudem "der aktiven Gewaltfreiheit verpflichtet und im Unterschied zur zivilen Verteidigung nicht direkt in die militärischen Strukturen eingebettet".
Kritik übte die KA OÖ an der für Zivildienst zuständigen ÖVP-Ministerin Claudia Bauer angedachten Abschaffung der Auslandszivildienste. Derartige Dienste seien "besonders lehrreiche und prägende Erfahrungen" und sollten weiterhin als Ersatz für den Zivildienst anerkannt werden, so KA-OÖ-Vizepräsidentin Christa Steinbüchler: "Jungen Menschen, die sich einer solchen Aufgabe mit ihrem Engagement und ihrer Lebenszeit widmen, gebührt der allerhöchste Respekt und sie sollen dafür eine faire Bezahlung, Absicherung und gute Rahmenbedingungen vorfinden."
Konkret spricht sich die kirchliche Laienorganisation in einer Aussendung am Dienstag dafür aus, dass Zivil- und Wehrdienst künftig gleich lang dauern und "vergleichbar entlohnt werden". Eine längere Dauer des Zivildienstes sei "nicht zu rechtfertigen", erklärte KA-Präsidentin Gabriele Hofer-Stelzhammer. Dies vermittle "den Eindruck, dass soziales Engagement weniger wert sei als der Dienst an der Waffe". Sie schloss sich damit einer zentralen Forderung der Katholischen Jugend an.
"Die Zivildiener leisten einen unverzichtbaren Beitrag für den Erhalt unserer sozialen Einrichtungen im Land", betonte Hofer-Stelzhammer. Zivil- wie Wehrdienst müssten jedoch so ausgestaltet sein, "dass sie von den jungen Menschen als sinnvoll und gerecht erlebt werden". Dazu gehörten auch eine angemessene Bezahlung sowie menschenwürdige Arbeitsbedingungen.
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