Chaldäisch-katholische Kirche ist im 16. Jahrhundert aus der Assyrischen Kirche des Ostens hervorgegangen. Der Prozess war aber erst 1830 abgeschlossen - Dazwischen liegen fast 300 Jahre voll kirchenpolitischer Machtspiele, Intrigen und krimineller Verwicklungen, aber auch von vorbildlichen Patriarchen, Bischöfen und Gläubigen - Von Georg Pulling
Mosul, 08.04.2026 (KAP) Im 15. Jahrhundert erlebte die Assyrische Kirche des Ostens schlimme Zeiten. Die seit dem 4. Jahrhundert völlig eigenständige Kirche war einst bis China verbreitet, doch das Ende der Herrschaft der Mongolen in China im 14. Jahrhundert brachten die fast völlige Vernichtung der Kirche mit sich. Die letzten Gläubigen sammelten sich um ihre Bischöfe und Priester im nördlichen Mesopotamien und in den unzugänglichen Hakkaribergen in Kurdistan.
Mitte des 15. Jahrhunderts setzte hier eine umstrittene Entwicklung ein: Unter Patriarch Simon IV. Basidi (gest. 1497) wurde das Amt des Patriarchen erblich. Er behielt es für Mitglieder seiner Großfamilie vor. Das Patriarchenamt ging immer vom Onkel auf einen Neffen über. Dazu wurden auch die Bischofs- und Metropolitansitze mit Familienmitgliedern besetzt. Das führte dazu, dass auch unerfahrene Minderjährige zu Bischöfen und Metropoliten geweiht wurden, um die familiäre Macht abzusichern bzw. zu stärken. So wurde die Kirche bald von einem einzigen Familienclan beherrscht.
1539 weihte Patriarch Simon VII. Bar Mama (1538-1558) seinen zwölfjährigen Neffen zum Metropoliten. Einige Jahre später wurde ein weiterer 15-jähriger Neffe geweiht. Für die Gegner des Patriarchen brachte dies das Fass zum Überlaufen. Sie trafen sich 1552 zu einer Gegensynode in Mosul und wählten den Vorsteher des nahen Klosters Rabban Hormidz, Johannes Sulaqa, zum Patriarchen. Die Sache hatte nur einen Haken: Zum Patriarchen geweiht werden konnte er ausschließlich durch einen Metropoliten. Ein solcher war allerdings aus verständlichen Gründen bei der Gegensynode nicht anwesend. Die Lösung: Johannes Sulaqa reiste 1553 nach Rom, um von Papst Julius III. Weihe und Bestätigung als Patriarch zu erhalten. Sulaqa musste dabei ein Glaubensbekenntnis vorlegen, das vom Papst akzeptiert wurde. - Man sieht, dass es zwischen der Assyrische Kirche des Ostens und der Katholische Kirche glaubensmäßig wohl niemals wirklich kirchentrennende Differenzen gab.
Der Papst ernannte Johannes Sulaqa jedenfalls zum "Patriarchen von Mosul". Damit war die patriarchale Sulaqa-Linie begründet, die allerdings auch als Simon-Linie bezeichnet wird, denn der neue vom Papst ernannte Patriarch trug offiziell den Titel Simon VIII. Johannes Sulaqa, weil der Papst glaubte, Patriarch Simon VII. sei bereits gestorben.
Ein Mord mit Folgen
Dem war allerdings mitnichten so und die Entwicklung wurde selbstredend von Patriarch Simon VII. mit wenig Freude mitverfolgt. Kurioserweise hatte Simon VII. auch noch seinen Patriarchensitz im Kloster Rabban Hormidz, in dem Gegenpatriarch Simon VIII. zuvor Abt war. Dorthin konnte er nun nicht zurück. Er nahm seinen Amtssitz in Amid (dem heutigen Diyarbakir) und es gelang ihm, seine Stellung gegenüber Patriarch Simon VII. festigen. Simon VIII. weihte zwei Metropoliten und drei Bischöfe. Auch die Osmanische Regierung anerkannte den neuen Patriarchen.
Patriarch Simon VII. grollte. Er konnte schließlich den osmanischen Gouverneur von Amadiya für seine Sache gewinnen. Dieser lud Johannes Sulaqa alias Patriarch Simon VIII. ein, nahm ihn jedoch fest, ließ ihn foltern und 1555 nach einigen Monaten in Haft ermorden. (Die Chaldäische Kirche verehrt Johannes Sulaqa als Märtyrer.)
Sein Ziel, die konkurrierende Sulaqa- bzw. Simon-Linie damit auszulöschen, erreichte Patriarch Simon VII. mit seinem Winkelzug freilich nicht. Die fünf von Patriarch Johannes geweihten Bischöfe wählten Abdisho IV. Maron (1555-1570) zum Nachfolger. Abdisho hielt an der Union mit der Katholischen Kirche fest. Er reiste 1562 nach Rom und erhielt dort von Papst Pius IV. die patriarchale Bestätigung. Zugleich ging der Konflikt mit Patriarch Simon VII. weiter. Der große Einfluss von Patriarch Simon machte es Patriarch Abdisho unmöglich, in Amid zu residieren. Er verlegte seinen Amtssitz daher in ein Kloster in der Nähe von Seert.
Der Kirchenkonflikt geht weiter
Die nachfolgenden Patriarchen der Sulaqa-/Simon-Linie residierten aus Sicherheitsgründen in verschiedenen Orten: in Seert, Salmas, Khosrowa und Urmia. Sie fochten einen ständigen Konflikt mit den Patriarchen von Rabban Hormidz aus, blieben zugleich aber alle bis ins 17. Jahrhundert in Union mit Rom, auch wenn keiner der Patriarchen mehr nach Rom reiste, um vom Papst persönlich die Bestätigung zu erhalten. Einige Patriarchen erhielten überhaupt keine Bestätigung, anderen wurden sie von päpstlichen Gesandten überbracht.
Spätestens mit Patriarch Simon XIII. Dinkha (1662-1700), der den Patriarchensitz schließlich nach Kotchannes in die abgelegenen Hakkariberge verlegte, ging der Kontakt dann aber endgültig verloren. 1672 veröffentlichte der Patriarch ein Glaubensbekenntnis, das dezidiert nicht mit dem römischen vereinbar war. Das Patriarchat blieb in den Bergen relativ isoliert. Ein Kuriosum der Geschichte: Das Patriarchenamt wurde wieder erblich! Eine Praxis, die von dieser Patriarchenlinie - der Simon-Linie - erst 1974 aufgegeben wurde. Und vielleicht noch kurioser: Die gegenwärtige eigenständige Assyrische Kirche des Ostens leitet sich ausgerechnet von dieser Patriarchenlinie ab, ist also die Fortsetzung der Simon-Linie, die einst als erste in Union mit Rom stand.
Keine nachhaltige Union mit Rom
Doch kehren wir zurück in die Zeit von Patriarch Simon VII. Bar Mama ins 16. Jahrhundert. Simon starb 1558, auf ihn folgte sein Neffe Elias VI. Bar Giwargis (1559-1591). Auch er und seine Nachfolger behielten ihren Sitz im Kloster Rabban Hormidz bei Mosul. Auf Patriarch Elias VI. folgte Patriarch Elias VII. (1591-1617) - die besagte Patriarchen-Linie wird auch Elias-Linie genannt. Möglicherweise beeinflusst von vielen ostsyrischen Jerusalem-Pilgern, die dort zum Katholizismus konvertiert waren, nahm Elias VII. ab 1606 Kontakt mit Rom auf. Eine wichtige Rolle dabei spielten auch die Franziskaner im Heiligen Land. Patriarch Elias VII. hielt 1616 eine Synode ab, die den katholischen christologischen Glauben bestätigte, trotzdem kam es aber zu keiner Union mit Rom.
Rom erhielt nämlich in etwa zur gleichen Zeit auch Post von Patriarch Simon X. Elias (1600-1638) von der Sulaqa/Simon-Linie, wo es ebenfalls um das Glaubensbekenntnis ging. Die Franziskaner versuchten mit beiden patriarchalen Linien Verhandlungen über eine Union zu führen. Das dürfte mit der Elias-Linie auch zumindest kurz gelungen sein. Historisch gesichert ist nämlich, dass eine formelle Bindung zwischen Rom und dem Patriarchat unter Patriarch Elias VIII. Simon (1617-1660) wieder zerbrach. Also muss sie zuvor bestanden haben.
In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts stand somit keine der beiden patriarchalen Linien in Union mit Rom. Von einer Chaldäisch-katholischen Kirche weit und breit keine Spur. Also alles wieder zurück an den Start.
Die katholischen Patriarchen von Amid
Das kirchendiplomatische Spiel zwischen Rom und dem Orient ging munter weiter und eine weitere Patriarchenlinie kam ins Spiel: Ein Kapunzinermönch konnte 1672 Metropolit Josef von Amid (Diyarbakir) dazu bringen, katholisch zu werden. 1677 wurde er von den osmanischen Behörden als unabhängiger Erzbischof von Amid und Mardin anerkannt und Rom bestätigte ihn 1681 als Josef I., "Patriarch der chaldäischen Nation, die ihres Patriarchen beraubt ist". So entstand in Amid eine dritte patriarchale Linie.
Der Konflikt zwischen den Patriarchen um die Vormachtstellung fokussierte in den folgenden gut 100 Jahren auf Amid und Mosul. (Die Patriarchen von Kotchannes waren geschwächt und blieben in ihrer bergigen Heimat außen vor.)
In Amid folgten auf Patriarch Josef I. Josef II. (1696-1713), Josef III. (1713-1757) und Josef IV. (1757-1781). Wir ahnen es schon: Diese patriarchale Linie wird auch "Josefs-Linie" genannt. Wobei das Amt hier aber nicht erblich war. Darauf legte Rom großen Wert und die Patriarchen von Amid standen in Kircheneinheit mit Rom.
Die Nachfolger von Patriarch Josef I. verbreiteten den katholischen Glauben mit großem Eifer und hatten nicht nur in Amid, sondern auch im Kerngebiet des Patriarchats von Mosul großen Erfolg. Schon um 1700 sollen fast alle ostsyrischen Christen in Mosul und Umgebung katholisch gewesen sein. Das führte zu einer Reihe von heftigen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Patriarchaten von Amid und Rabban Hormidz/Mosul.
Auch Patriarch Elias XI. Dinkha (1722-1778) von Mosul in seinem Sitz im Kloster Rabban Hormidz buhlte um die Gunst Roms. Er schrieb einige Briefe nach Rom, in denen er den Wunsch nach einer Union zum Ausdruck brachte. Durch den Einspruch von Patriarch Josef III. von Amid kam es allerdings zu keiner Einigung.
Rom hatte inzwischen eigene Pläne. Es sah das Patriarchat von Amid eher nur als Mittel zum Zweck, als katholischen Brückenkopf zur ostsyrischen Kirche. Eigentliches Ziel von Rom war es, das Patriarchat von Mosul für eine Union zu gewinnen. Die Patriarchen von Mosul - die Elias-Linie - waren schließlich die Nachfolger der alten ostsyrischen patriarchalen Linie. Ihre Legitimität wurde auch von den meisten ostsyrischen Christen anerkannt, in einer Weise, die dem Patriarchat von Amid nie gelang. Und so ließ Rom die Patriarchen von Amid mehr oder weniger fallen.
Wer folgt auf Patriarch Elias XI.?
Im Kloster Rabban Hormidz bei Mosul starb 1778 der ostsyrische Patriarch Elias XI. Dieser hatte schon lange zuvor seine Nachfolge regeln wollen und seinen Neffen Ishoyahb bereits 1745 zum Metropoliten geweiht und zum designierten Nachfolger ernannt. Es gab allerdings noch einen zweiten Neffen: Johannes Hormidz, geboren 1760 in Alkosh, mit 12 Jahren zum Diakon und mit 16 Jahren (1776) zum Metropoliten von Mosul geweiht.
Ishoyahb fiel beim alten Patriarchen in Ungnade, dieser hätte lieber seinen Neffen Johannes als Nachfolger gesehen. Der Patriarch starb allerdings überraschend, als 1778 eine Seuche die Region Mosul heimsuchte, und bevor der 18-jährige Johannes noch reagieren konnte, hatten die Anhänger von Ishoyahb diesen bereits zum neuen Patriarchen ernannt: als Elias XII. (1778-1804). Beide Anwärter auf den Patriarchensitz, die im Übrigen auch Cousins waren, erklärten damals, dass sie katholisch seien. Ishoyahb nahm diese Erklärung aber zurück, nachdem er 1779 die Bestätigung seiner Amtswürde von den osmanischen Behörden erhalten hatte.
Das missfiel wiederum vielen Geistlichen und angesehenen Notablen von Mosul, das damals weitgehend katholisch war. Und weil 1780 gerade der Patriarchensitz von Amid vakant war, ernannten sie einfach Johannes Hormidz zum neuen Patriarchen von Amid.
Wobei: Richtig vakant war der Sitz eigentlich nicht: Patriarch Josef IV. war 1780 zurückgetreten. Er wollte seinen Lebensabend in Rom verbringen und übergab die Amtsgeschäfte einem Neffen, der allerdings noch nicht einmal Bischof war. Augustin Hindi. Und dieser sollte dazu vorerst auch keine Chance haben, denn die Parteigänger von Johannes Hormidz sorgten für klare Verhältnisse und ignorierten den Wunsch des bisherigen Patriarchen.
Rom reagierte zurückhaltend. Johannes Hormidz wurde nicht als Patriarch von Amid, sondern vorerst bloß als Metropolit von Mosul und Patriarchal-Administrator anerkannt. Die folgenden Jahre bemühte sich Johannes Hormidz aber sehr, den katholischen Glauben zu verbreiten. Eine Reihe von bislang noch assyrischen Dörfern in der Region konvertierte zur katholischen Kirche.
Kampf mit harten Bandagen
Die Erfolge des Metropoliten von Mosul kamen bei seinem Cousin, Patriarch Elias XII. Ishoyahb, weniger gut an. Die beiden Cousins konkurrierten um die Vormachtstellung unter den ostsyrischen Christen in der Region. Um Glaubensfragen ging es dabei nicht, denn auch Elias XII. schickte 1783 wieder ein Schreiben an den Papst in Rom, in dem er diesem versicherte, treu zum katholischen Glauben zu stehen. Der Patriarch vollzog also abermals eine theologische Kehrtwendung.
Damals hatte Elias XII. seinen Amtssitz bereits vom Kloster Rabban Hormidz nach Amadiya verlegen müssen. Er stand dort unter dem Schutz des regionalen Gouverneurs. (Genauso stand auch Johannes Hormidz unter dem Schutz des Gouverneurs von Mosul.) Gekämpft wurde im Kirchenkonflikt mit harten Bandagen. 1788 wurde ein Neffe von Johannes Hormidz, der sich im Gebiet von Elias XII. aufhielt, vom Gouverneur von Amadiya gefangengenommen. Nur durch Interventionen aus Mosul und Bagdad kam er wieder frei.
Es ging allerdings auch noch extremer: 1792 wurden sogar Johannes Hormidz und zwei seiner Brüder, die in Amadiya zu Gast waren, inhaftiert. In der mehr als dreimonatigen Gefangenschaft sollen sie misshandelt worden sein. Wieder brauchte es eine heftige Intervention aus Bagdad, um die drei Unglücklichen freizubekommen.
Konkurrenten um das Patriarchenamt
Schon ein Jahr zuvor hatte Rom die Verdienste von Johannes Hormidz anerkannt und ihn 1791 zum Administrator des Patriarchats von Amid ernannt. Doch dann intervenierte Augustin Hindi, der einst geschaßte Neffe von Patriarch Josef IV., in Rom und Johannes Hormidz musste 1793 Amid wieder aufgeben. Dafür wurde er erneut Metropolit von Mosul. Die immer zahlreicheren Gegner von Johannes Hormidz führten an, dass dieser nur vorgebe, zur katholischen Kirche konvertiert zu sein. Das sorgte noch viele Jahre für Misstrauen in Rom.
Hormidz hatte vor allem auch in der Person von Augustin Hindi einen starken Gegner. Dieser wurde schließlich 1802 Metropolit von Amid und Administrator des Patriarchats. (Das Patriarchenamt übertrug ihm Rom nicht mehr. Es hatte andere Pläne.)
Patriarch Elias XII. Ishoyahb starb 1804. Gegen Johannes Hormidz als Nachfolger formte sich eine breite Koalition von Widerständlern, angeführt von Augustin Hindi und den Mönchen des Klosters Rabban Hormidz. Die Vorwürfe gegen Johannes Hormidz waren vielfältig. Sie betrafen seine Rechtgläubigkeit, aber auch seine persönliche Lebensführung und seinen Umgang mit Geld, vorwiegend mit solchem, das ihm nicht gehört haben soll. Die Mönche von Rabban Hormidz unterstellten sich deshalb Augustin Hindi und anerkannten ihn als Patriarchen von Amid an. (Einen eigenen Patriarchen wählen konnten sie nicht mehr.)
Rom konnte schließlich an den vielen Vorwürfen auch nicht mehr vorbeisehen und suspendierte Johannes Hormidz 1812 als Metropolit und Patriarchal-Administrator. Augustin Hindi wurde zugleich als Josef V. zum Apostolischen Delegaten für das "Patriarchat von Babylon" ernannt. (Damit hatte er immer noch nicht die Patriarchenwürde erhalten, galt gemeinhin aber als ein solcher.)
Erst als Josef V. Hindi 1828 starb, wurde der Kirchenkonflikt beendet. Mit seinem Tod erlosch das Patriarchat von Amid. Es hatte 147 Jahre in Gemeinschaft mit Rom bestanden.
Der erste "Patriarch von Babylon der Chaldäer"
Dann ging alles ziemlich schnell: Johannes Hormidz wurde von Rom wieder in Gnaden aufgenommen und von Papst Pius VIII. am 5. Juli 1830 als "Patriarch von Babylon der Chaldäer" bestätigt. So wurden die Patriarchate von Amid und Mosul wieder vereinigt und standen fortan in Union mit Rom.
Wenn man die Geburtsstunde der Chaldäisch-katholischen Kirche an einem konkreten Datum festmachen will, dann ist es wohl dieser 5. Juli 1830. Seit damals steht die alte patriarchale Elias-Linie der Assyrischen Kirche mit Rom in Kircheneinheit. Eigentlich eine Ironie der Geschichte, denn, wir erinnern uns: ursprünglich war es die abgespaltene Sulaqa-Linie (oder Simon-Linie), die im 16. Jahrhundert die Union mit Rom suchte. Diese Linie repräsentierte nun die eigenständige und von Rom getrennte Assyrische Kirche des Ostens.
Johannes Hormidz war bis 1838 Patriarch. So ganz vertraute ihm Rom auch nach seiner Bestätigung als Patriarch aber nicht. Um auszuschließen, dass er mit der leidigen ostsyrischen Tradition weitermachen konnte, ein Familienmitglied als Nachfolger aufzustellen, bestellte Rom den Metropoliten von Salmas, Nikolaus Zayia zum Koadjutor und damit automatischen Nachfolger. Mit der Elias-Linie war es damit auch zu einem Ende gekommen.
Mit Patriarch Nikolaus I. (1839-1844) und vor allem Patriarch Josef VI. Audo (1847-1878) konnte sich die Chaldäische Kirche im Osmanischen Reich konsolidieren, die Priesterausbildung wurde reformiert, neue Klöster gegründet, bevor schließlich Anfang des 20. Jahrhunderts neues Unheil aufzog, dass freilich alle Christen im Osmanischen Reich treffen sollte.