Nigeria: Opferzahl nach Angriff auf Kirchen zu Ostern weiter unklar
08.04.202613:17
Nigeria/Kriminalität/Terrorismus/Kirche
Örtliche Bewohner bestreiten laut Medienberichten Armee-Angaben wonach alle Geiseln befreit wurden
Abuja, 08.04.2026 (KAP) Nach dem Angriff auf zwei christliche Kirchen im Dorf Ariko im nigerianischen Bundesstaat Kaduna am Ostersonntag gibt es nach wie vor Unklarheit über die genaue Zahl der Opfer. Behörden sprachen zunächst fünf getöteten Zivilisten, ein örtlicher Kirchenvertreter bezifferte die Zahl der Toten später auf sieben. Laut jüngsten Medienberichten bestreiten die Bewohner von Ariko auch Armee-Angaben, wonach 31 Menschen, die zunächst als Geiseln genommen wurden, befreit worden seien. Der Verbleib der Gefangenen sei weiterhin ungeklärt; "soweit wir wissen, befinden sich alle entführten Opfer noch immer in der Gewalt der Banditen", zitierte "BBC Africa" (Dienstag) einen örtlichen Gemeindevorsteher.
In mehreren Regionen Nigerias überfallen bewaffnete Gruppen seit Jahren Dörfer, verschleppen und töten Menschen. Neben islamistischen Attacken kommt es landesweit immer wieder zu Entführungen und Überfällen. In den Konflikten überlagern sich in einigen Regionen teils Religion, Ethnie und Streitigkeiten um Weideflächen zwischen überwiegend muslimischen Hirten der ethnischen Gruppe der Fulani und christlichen Bauerngemeinden.
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