Renommierte Sommeruniversität zeichnet Ordensfrau und Befreiungstheologin aus - Verleihung am 5. August in Salzburg - Hochschulwoche heuer zum Thema "Wer wir sind und sein wollen - Identität: Superkraft und Problemzone"
Salzburg, 10.04.2026 (KAP) Der "Theologische Preis" der Salzburger Hochschulwochen geht heuer an die österreichische Ordensfrau und Theologin Martha Zechmeister. Die Fachjury würdigte Zechmeister als eine langjährige und "profunde Vermittlerin und Fürsprecherin der lateinamerikanischen Befreiungstheologie", die die "Option für die Armen" sowohl in der Theoriebildung als auch in der Praxis vorantreibe, zitierte der Obmann der Salzburger Hochschulwochen, Prof. Martin Dürnberger, gegenüber Kathpress aus der Begründung.
Sie sei eine "prononcierte Vertreterin einer 'Mystik der offenen Augen', die für einen klaren und hellwachen Blick auf die bedrängenden Realitäten als auch für das befreiende Potential der Botschaft Jesu steht". Damit bringe sie zugleich "die prophetische Dimension des Ordenslebens neu zur Sprache", so die Jury, der neben Dürnberger der em. Rektor der Uni Salzburg, Prof. Heinrich Schmidinger, Prof. Alois Halbmayr, der emeritierte Erzabt von St. Peter, Korbinian Birnbacher, sowie die frühere Innsbrucker Vizerektorin für Forschung, Prof. Ulrike Tanzer, angehören.
Verliehen wird der renommierte, mit 5.000 Euro dotierte Preis für ein theologisches Lebenswerk wird am 5. August in der Großen Aula der Universität Salzburg und im Rahmen der Salzburger Hochschulwochen. Diese finden heuer vom 3. bis 9. August zum Thema "Wer wir sind und sein wollen. Identität: Superkraft und Problemzone" statt. Die Laudatio auf Zechmeister wird der Salzburger Theologe und Leiter des Zentrums Theologie Interkulturell und Studium der Religionen, Prof. Franz Gmainer-Pranzl, halten.
Martha Zechmeister wurde 1956 in Kotting/Niederösterreich geboren. Von 1974 bis 1979 studierte sie Theologie und Religionspädagogik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien. 1979 trat sie in die "Congregatio Jesu" (Maria-Ward-Schwestern) ein. 1984 wurde sie an der Universität Wien mit einer Arbeit über Ignatius von Loyola promoviert. 1987 legte sie die Ewige Profess ab.
In der Folge lehrte sie u.a. an der Philosophisch-theologischen Hochschule der Diözese St. Pölten, als Lehrbeauftragte für Spirituelle Theologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck und als Gastprofessorin an der Universidad Centroamericana "José Simeón Cañas" in El Salvador. 1997 habilitierte sie sich an der Universität Wien mit einer Arbeit über Erich Przywara, für die sie den Kardinal-Innitzer-Förderungspreis für Theologie erhielt.
Im selben Jahr wurde sie zur Außerordentlichen Universitätsprofessorin ernannt. Von 1999 bis 2008 war sie Professorin für Fundamentaltheologie an der Universität Passau. Seit 2009 ist sie Professorin an der Universidad Centroamericana "José Simeón Cañas" und dort seit 2012 Direktorin des Masterstudiengangs Teología Latinoamericana.
Hochschulwochen heuer über Identität
Die Hochschulwochen stehen heuer vom 3. bis 9. August unter dem Generalthema "Wer wir sind und sein wollen. Identität: Superkraft und Problemzone". Vortragende sind u.a. der Soziologe Andreas Reckwitz, die Theologin Franca Spies und die Psychologin Isabel Thielmann, teilte Dürnberger mit. Das vollständige Programm samt Anmeldemöglichkeit soll in Kürze online gehen.
Die Salzburger Hochschulwochen zählen zu den renommiertesten und traditionsreichsten Sommeruniversitäten im deutschen Sprachraum und locken jährlich rund 1.000 Studierende und Interessierte zu einer "smarten Sommerfrische" mit Vorträgen, Workshops und Diskussionen. (Infos: www.salzburger-hochschulwochen.at)