Erzbischof Hubertus van Megen zum Apostolischen Nuntius in Berlin ernannt
Vatikanstadt/Bonn, 09.04.2026 (KAP) Der niederländische Vatikandiplomat Erzbischof Hubertus van Megen wird neuer Papstbotschafter in Deutschland. Papst Leo XIV. ernannte den 64-Jährigen zum Apostolischen Nuntius in der Bundesrepublik, wie der Vatikan am Donnerstag bekanntgab.
Der promovierte Kirchenrechtler arbeitete als Diplomat unter anderem an den Vatikanbotschaften in Brasilien, Israel, der Slowakei und Malawi. Ab 2014 war der Titularerzbischof von Novaliciana, einer antiken Stadt im heutigen Algerien, Nuntius Eritrea und im Sudan. Seit 2019 war der polyglotte Geistliche am UN-Standort Nairobi als ständiger Beobachter des Vatikans beim Umweltprogramm und beim Programm für menschliche Siedlungen der Vereinten Nationen eingesetzt. Zugleich war er Papstbotschafter in Kenia und im Südsudan.
Dabei kritisierte er auch die Kirche in Europa. Im Gegensatz zu der in Afrika habe sie sich zu sehr dem weltlichen Zeitgeist unterworfen. "Die Lehren der westlichen Gesellschaft über Abtreibung, Euthanasie und Gender-Theorie sind klare Symptome einer Gesellschaft, die ihren inneren Kompass verloren hat und hilflos auf dem stürmischen Meer der menschlichen Wünsche treibt, geschüttelt und in jeder Hinsicht geschwächt", so van Megen im Mai 2024 bei einer Predigt in Kenias Hauptstadt Nairobi.
Van Megen wurde am 4. Oktober 1961 in Kerkrade an der deutsch-niederländischen Grenze geboren und spricht fließend Deutsch. 1987 wurde er zum Priester und 2014 zum Bischof geweiht. In Berlin folgt er auf den kroatischen Erzbischof Nikola Eterovic, der den Heiligen Stuhl seit 2013 in Berlin vertreten hatte und nun mit 75 Jahren altersbedingt aus dem diplomatischen Dienst ausscheidet.
Bischöfe: "Brücken zwischen Rom und Ortskirche fortzusetzen"
Die deutschen Bischöfe sicherten dem neuen Papstbotschafter ihre Unterstützung zu. Es gehe darum, "die Brücken und das gegenseitige Vertrauen zwischen Rom und unserer Ortskirche fortzusetzen", erklärte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, am Donnerstag in einer Mitteilung.
Gleichzeitig verabschiedete Wilmer Amtsvorgänger Eterovic. Dieser sei zu einem "wichtigen Gewährsmann mit hoher Kontinuität" für die Bischöfe geworden und habe die päpstliche Nuntiatur zu einem "Ort der Begegnung gemacht", so Wilmer. "Durch Ihren Dienst in unserem Land machen Sie deutlich, dass der Heilige Stuhl als völkerrechtliches Subjekt in der Politik und in der Gesellschaft präsent ist. Und das trägt zu einer guten Stabilisierung des Staat-Kirche-Verhältnisses bei."
Gleichzeitig würdigte der kürzlich zum Bischof von Münster ernannte Wilmer auch die kritischen Töne, die Eterovic als Nuntius etwa zum Reformprojekt "Synodaler Weg" der Kirche in Deutschland geäußert hatte. "Umso mehr weiß ich zu schätzen, dass Sie bei aller verständlichen kritischen Distanz zum Synodalen Weg der Kirche in unserem Land diesen Weg durch Ihre persönliche Präsenz mit begleitet haben. Dafür möchte ich Ihnen ausdrücklich danken."