Frankreichs Präsident am Donnerstagabend in Zentrale der katholischen humanitären Organisation im römischen Stadtteil Trastevere - Am Freitag erstes Begegnung mit Papst Leo XIV. im Vatikan
Rom/Vatikanstadt, 09.04.2026 (KAP) Vor seiner ersten Audienz bei Papst Leo XIV. besucht Frankreichs Präsident Emmanuel Macron an diesem Donnerstag die katholische Gemeinschaft Sant'Egidio. Macron wird gegen 18.30 Uhr am Sitz der römischen Zentrale in Trastevere erwartet, wie die humanitäre Organisation der Nachrichtenagentur Kathpress bestätigte.
Der französische Gast werde von Sant'Egidio-Präsident Marco Impagliazzo sowie dessen Vorgänger Andrea Riccardi empfangen, der die katholische Laienbewegung 1968 gegründet hatte. Macron kenne die Arbeit der Organisation gut, die sich unter anderem in der Friedensvermittlung sowie für Migranten, obdachlose und sozial benachteiligte Menschen engagiert.
Auch Première dame Brigitte Macron bei Papst Leo
Am Freitag wird Frankreichs Staatsoberhaupt dann erstmals seit der Papstwahl vor elf Monaten von Leo XIV. im Vatikan empfangen. Die Audienz, an der auch Première dame Brigitte Macron teilnehmen soll, findet wenige Tage vor Leos Abreise nach Algerien statt. Die frühere französische Kolonie ist die erste Station eines Afrikabesuchs vom 13. bis zum 23. April.
Macron und der heutige Papst sollen einander bereits zuvor begegnet sein, etwa während der Frankreichbesuche von Leos Vorgänger Franziskus (2013-2025) in Marseille und Ajaccio. Leo XIV., damals Kardinal Robert Francis Prevost, war als Leiter der Bischofsbehörde Teil des päpstlichen Gefolges. Bei der Messe zur Amtseinführung des aus den USA stammenden Papstes am 18. Mai 2025 wurde Frankreich vom damaligen Premierminister Francois Bayrou vertreten.
Dissens um Abtreibung und Sterbehilfe
Macron, selbst Katholik, hat den Vatikan seit seiner Wahl 2017 mehrfach besucht. Franziskus empfing ihn 2018, 2021 und 2022. Weitere private Gespräche mit dem Papst fanden im September 2023 in Marseille, im Juni 2024 beim G7-Gipfel im italienischen Borgo Egnazia und im Dezember 2024 in Ajaccio statt.
Zwischen Frankreich und dem Heiligen Stuhl gibt es auch kontroverse Themen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Lebensschutz. Über die kürzlich erfolgte Aufnahme des "Rechts auf Abtreibung" in die französische Verfassung oder die aktuelle Debatte über Sterbehilfe bestehen abweichende Meinungen.