Nonnberg-Priorin in Podcast-Folge "Orden on Air" über Klausur und Alltag im Kloster - "Natürlich verlassen wir das Kloster, wenn es notwendig ist"
Salzburg, 10.04.2026 (KAP) Abgeschiedenheit ja, aber kein Rückzug von der Welt: So hat Sr. Eva-Maria Saurugg, Priorin des Benediktinerinnen Stifts Nonnberg, die monastische Lebensweise der Schwesterngemeinschaft in Salzburg beschrieben. "Natürlich verlassen wir das Kloster, wenn es notwendig ist", so die Ordensfrau in der aktuellen Podcast-Folge "Orden on Air" der Österreichischen Ordenskonferenz. Entscheidend sei eine innere Haltung: "Ich kann im Kloster sein und innerlich ständig draußen und ich kann draußen sein und innerlich wissen, wo ich hingehöre."
Auch das Bild von weltfremden Nonnen weist Sr. Saurugg zurück. Die Schwestern verfolgen das Geschehen in der Welt und bringen es ins Gebet. Klöster seien wie Wegweiser, so die Priorin von Nonnberg, Orte, die Orientierung geben können: "Sie zeigen eine Richtung."
"Klausur ist der Bereich, der nur für die Mitglieder der Ordensgemeinschaft reserviert ist, der wirklich private Raum", so die Ordensfrau; sie hat seit 2017 das Amt der Priorin inne, zudem ist sie Novizenmeisterin. So wie auch außerhalb des Klosters nicht jede Person Zugang zu den eigenen vier Wänden habe, schützte die Klausur das gemeinschaftliche Leben der Schwestern, erklärte Sr. Saurugg.
Der Alltag im Kloster sei gegliedert und durch Gebet, Arbeit und geistlicher Lesung geprägt. "Es ist nichts unbegrenzt", sagte Sr. Eva-Maria, "aber genau dadurch hat alles Platz." Die Klausur schaffe dafür den Rahmen, halte Lärm fern und eröffne einen Raum für den Alltag und Gott.
Nonnberg
Das Benediktinerinnenstift Nonnberg liegt im Zentrum der Stadt Salzburg unter der Festung Hohensalzburg. Es wurde zwischen 712 und 715 vom hl. Rupert gegründet und ist damit das älteste, durchgängig besiedelte Frauenkloster im deutschen Sprachraum. Erste Vorsteherin des Klosters war die hl. Erentrudis. Die Schwestern leben in Klausur, was bedeutet, dass das Kloster nicht frei zugänglich ist. Besuchen kann man Kirche und Friedhof. Zurzeit leben und wirken 15 Schwestern im Stift. Äbtissin M. Veronika Kronlachner ist die 92. Äbtissin des Stiftes. Die Benediktinerinnen leben nach der Regel des. hl. Benedikt.