Vatikan dementiert Berichte über Drohungen der Trump-Regierung
10.04.202613:59
Vatikan/USA/Diplomatie/Papst/Regierung
Treffen von Papst-Botschafter Pierre mit US-Sicherheitsberater Colby schlägt international hohe Wellen
Vatikanstadt, 10.04.2026 (KAP) Der Vatikan hat Medienberichte über angebliche Drohungen der Trump-Regierung gegen Papst Leo XIV. dementiert. Anlass sind Medienberichte über eine Begegnung des damaligen Papstbotschafters in den USA, Kardinal Christophe Pierre, mit dem US-Staatssekretär für Verteidigungspolitik, Elbridge Colby, am 22. Jänner im Pentagon, dem Sitz des Kriegsministeriums in Washington.
Vatikansprecher Matteo Bruni teilte dazu am Freitag mit: "Das Narrativ einiger Medienorgane über die Begegnung entspricht definitiv nicht der Wahrheit." Das Treffen sei vielmehr, wie von Kardinal Pierre selbst bestätigt, Teil der regulären Mission des Päpstlichen Vertreters gewesen.
Weiter erklärte Bruni: "Es war Gelegenheit für einen Meinungsaustausch über Fragen von wechselseitigem Interesse." Zuvor hatte auch die Botschaft der USA beim Heiligen Stuhl entsprechende Berichte dementiert und diese als "stark übertrieben und verzerrt" bezeichnet.
Unterstützung für Trumps Außenpolitik gefordert?
Das Nachrichtenportal "The Free Press" hatte am Donnerstag berichtet, dass die US-Regierung bei dem Gespräch mit dem Papstbotschafter im Pentagon Druck auf den Vatikan ausgeübt haben soll. Sie habe den Papst und die katholische Kirche dazu bringen wollen, sich der außen- und sicherheitspolitischen Linie von Präsident Donald Trump anzuschließen. In dem Bericht war die Rede davon, dass Kardinal Pierre eine "bittere Rüge" erteilt worden sei und Regierungsvertreter auch darauf hingewiesen hätten, die Vereinigten Staaten hätten "die militärische Macht, zu tun, was immer sie wollen".
Papst Leo XIV. und sein Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin hatten in den vergangenen Wochen wiederholt die Respektierung des Völkerrechts zunächst in Venezuela und später im derzeitigen Nahostkrieg angemahnt.
Kardinal Christophe Pierre (80) war von 2016 bis März 2026 Apostolischer Nuntius in Washington. Sein Nachfolger ist seit vergangenem Monat der Vatikandiplomat Gabriele Giordano Caccia (68).