Ukrainische Kirchenführer sprechen zu Ostern vom Sieg im Krieg
11.04.202616:11
Ukraine/Krieg/Kirche/Ostern/Orthodoxe
Großerzbischof Schewtschuk: Ostersonne trotz Raketen und Drohnen auf das Land - Feuerpause mit Russland seit Samstagnachmittag in Kraft, nach Toten bei russischen Angriffen
Kiew, 11.04.2026 (KAP/KNA) Ranghohe ukrainische Kirchenvertreter machen zum orthodoxen und griechisch-katholischen Osterfest Hoffnung auf einen Sieg der Ukraine im Verteidigungskrieg gegen Russland. Kiews griechisch-katholischer Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk erklärte in seiner Osterbotschaft, die an diesem Wochenende landesweit in Gottesdiensten verlesen wird, der himmlische Glanz der Ostersonne trage das "Versprechen des Sieges" in sich.
Zugleich sei dieser Glanz die "Grundlage unserer Hoffnung auf die vollständige Befreiung und Wiederbelebung unseres Volkes". Die Ostersonne könne man sehen, "auch wenn täglich tödliche Raketen und Drohnen aus dem Osten geflogen kommen", so das Oberhaupt der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche. Er dankte allen Soldaten, die die Ukraine verteidigen, und ihren Angehörigen dafür, dass sie standhaft und unbeugsam geblieben seien.
Bitte um "gesegneten Sieg"
Der leitende Metropolit der Orthodoxen Kirche der Ukraine, Epiphanius, bedankte sich in seiner Osterbotschaft ebenfalls bei den Verteidigern des Landes. Er bitte Gott um Schutz für die ukrainischen Soldaten und um einen "gesegneten Sieg" über den Angreifer. Das österliche Licht solle "unsere Waffe, unser Schild und unser Schwert sein im gerechten Kampf gegen die Aggression des bösen russischen Reichs", so Epiphanius.
Russland griff die Ukraine auch am Samstag mit Drohnen an. Dabei kamen örtlichen Behörden zufolge ein Mann in Nikopol im Südosten der Ukraine und zwei Menschen in der Hafenstadt Odessa ums Leben.
32-stündige Oster-Waffenruhe
Für die Zeit ab Samstagnachmittag war eine 32-stündige Oster-Waffenruhe vereinbart. Der ukrainische Inlandsgeheimdienst warnte trotz der angekündigten Feuerpause vor russischen "Terroranschlägen". Die Ukraine wehrt sich seit Februar 2022 gegen einen Großangriff der russischen Streitkräfte. Orthodoxe und griechisch-katholische Christen feiern an diesem Wochenende Ostern.
Die orthodoxe Kirche der Ukraine und die mit Rom verbundene griechisch-katholische Kirche waren vor Kurzem zum sogenannten Neujulianischen Kalender gewechselt und begehen seither alle unbeweglichen Feiertage gemeinsam mit den römisch-katholischen und protestantischen Christen. Das gilt etwa für Weihnachten, nicht aber für Ostern und Pfingsten, die weder in Ost noch West an einen festen Kalendertag gebunden sind und nur gelegentlich auf dasselbe Datum fallen.
Zur orthodoxen Kirche der Ukraine bekannte sich in einer aktuellen landesweiten Umfrage jeder zweite Erwachsene. Griechisch-katholisch sind demnach sechs Prozent.