Schulleitung weist Vorwurf unerlaubter Bekehrungsversuche strikt zurück und zieht vor Gericht - 500 Schülerinnen und Schüler betroffen
Neu-Delhi, 12.04.2026 (KAP) Im westindischen Bundesstaat Rajasthan haben die Behörden einer katholischen Schule die staatliche Anerkennung entzogen und damit deren Betrieb weitgehend untersagt. Betroffen ist die St. Paul Secondary School im Distrikt Dungarpur, an der rund 500 Schüler unterrichtet werden. Die Bildungsbehörde begründete den Schritt mit mehreren Vorwürfen, darunter angebliche Versuche, Schüler zum Christentum zu bekehren, geht aus einem Bericht des Nachrichtenportals ucanews.com vom Wochenende hervor.
In einem Schreiben vom 2. April wurde der Schule untersagt, Unterricht abzuhalten, neue Schüler aufzunehmen oder Prüfungen durchzuführen. Die Behörden ordneten zugleich an, die rund 500 betroffenen Kinder auf umliegende Schulen zu verteilen. Als weitere Vorwürfe werden körperliche Züchtigung, die Verwendung religiöser Anreden wie "Father" oder "Sister" sowie das Aufstellen einer Marienstatue auf dem Schulgelände genannt, was als Förderung einer bestimmten Religion gewertet wurde.
Schulmanager Pater Sanjay Dodiyar wies die Anschuldigungen zurück und sprach von einer "rechtswidrigen und böswilligen" Entscheidung ohne vorherige Anhörung. Die Schule habe bereits beim High Court des Bundesstaates Klage eingebracht. Laut Dodiyar steht der Schritt am Ende einer monatelangen Untersuchung: Bereits im September 2025 hatten Behörden gemeinsam mit Mitgliedern einer hindu-nationalistischen Gruppe sowie Polizei eine unangekündigte Kontrolle durchgeführt.
Eltern von rund 100 Schülern widersprachen den Vorwürfen in einem eigenen Schreiben. Die Schule biete ein diszipliniertes Umfeld und qualitativ hochwertige Bildung, betonten sie. Kinder unterschiedlicher Religionen - darunter Hindus, Muslime, Christen und Jains - besuchten die Einrichtung, ohne zur Konversion gedrängt zu werden. Die Schule gehört zur katholischen Diözese Udaipur und wurde ursprünglich 1952 gegründet, ehe sie 2011 in ihrer heutigen Form als englischsprachige Einrichtung neu aufgebaut wurde.
Der Fall steht im größeren Kontext wachsender Spannungen: Rajasthan zählt zu 13 indischen Bundesstaaten mit Anti-Konversionsgesetzen. Christen stellen dort laut Volkszählung von 2011 nur 0,14 Prozent der mehr als 68 Millionen Einwohner, während rund 88,5 Prozent der Bevölkerung Hindus sind. Kirchliche Vertreter berichten seit dem Amtsantritt der hindu-nationalistischen BJP-Regierung im Jahr 2023 von zunehmendem Druck auf christliche Einrichtungen.
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