Papst erinnert vor Afrikareise an Krieg in Ukraine, Sudan und Libanon
12.04.202613:44
Vatikan/Papst/Krieg/Diplomatie
Erneuerter Aufruf von Leo XIV. bei Mittagsgebet, nicht in der Aufmerksamkeit auch gegenüber weiter bestehenden "Tragödien" nachzulassen
Vatikanstadt, 12.04.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat seinen Appell zur Beendigung der Kriege weltweit erneuert. Beim Mittagsgebet am Sonntag auf dem Petersplatz erinnerte er insbesondere an die leidenden Menschen in der Ukraine, im Libanon und im Sudan. "Möge die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft gegenüber der Tragödie dieses Krieges nicht nachlassen", sagte er mit Blick auf den vor über vier Jahren begonnenen Angriff Russlands gegen die Ukraine.
Zur Situation im Libanon, der vom Krieg der USA und Israels gegen den Iran betroffen ist, pochte er auf die im Völkerrecht anerkannte moralische Verpflichtung, die Zivilbevölkerung "vor den grausamen Folgen des Krieges" zu schützen. "Ich appelliere an die Konfliktparteien, das Feuer einzustellen und dringend eine friedliche Lösung anzustreben", bekräftigte der Papst vor Tausenden auf dem Petersplatz, unter ihnen der Musikverein Kleinraming aus der österreichischen Diözese Linz, den er namentlich begrüßte.
Weiter erinnerte er an den Beginn des "Bruderkriegs" im Sudan vor drei Jahren (15. April). "Wie sehr leidet das sudanesische Volk, unschuldige Opfer dieser unmenschlichen Tragödie!", so Leo XIV. Er appellierte an die Kriegsparteien, die Waffen niederzulegen und einen aufrichtigen Friedensdialog ohne Vorbedingungen zu beginnen.
Ebenso wünschte er vielen Ostkirchen, die gemäß dem Julianischen Kalender erst an diesem Sonntag Ostern feiern, Gottes Segen und Frieden zum Fest der Auferstehung.
Schließlich erinnerte der Papst an seine zehntägige Afrikareise, die ihn ab Montag nach Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea führt. "Ich bitte euch, mich mit euren Gebeten zu begleiten", sagte Leo XIV. beim Regina Caeli, das er wie gewohnt vom Fenster seiner Wohnung im Apostolischen Palast aus hielt. Das Mariengebet Regina Caeli tritt in der katholischen Kirche traditionell zwischen Ostern und Pfingsten an die Stelle des mittäglichen Angelusgebets.
Als Ordensmann und Bischof war Leo XIV. sehr weltläufig. Nun knüpft der US-Amerikaner mit peruanischem Pass daran an: Vier Länder in zehn Tagen besucht er in seiner bis dahin längsten Auslandsreise als Papst.
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