Heiligenkreuzer Altabt Gerhard Hradil im 98. Lebensjahr verstorben
12.04.202618:16
Österreich/Kirche/Tod/Leute/Orden
Zisterziensermönch stand in seiner 16-jährigen Zeit als Abt zeitweise auch der Wiener Superiorenkonferenz und der Österreichischen Zisterzienserkongregation vor
Wien, 12.04.2026 (KAP) Stift Heiligenkreuz trauert um seinen früheren Abt Gerhard Hradil. Der langjährige Leiter des Zisterzienserkonvents im Wienerwald verstarb in den frühen Morgenstunden des Barmherzigkeitssonntags nach kurzer Krankheit und gestärkt mit den Sakramenten im 98. Lebensjahr, geht aus einer Mitteilung hervor. Als Termin für das feierliche Pontifikalrequiem in der Stiftskirche mit anschließender Beisetzung auf dem Klosterfriedhof wurde der Samstag, 18. April um 10 Uhr bekanntgegeben. Am Tag davor wird er in der Totenkapelle des Kreuzgangs aufgebahrt.
Hradil wurde am 28. Oktober 1928 in Wien-Lainz geboren und erhielt zunächst den Taufnamen Karl. 1947 trat er in das Noviziat des Stiftes Heiligenkreuz ein und erhielt den Ordensnamen Gerhard. Nach seinem Studium wurde er am 23. November 1952 in der Stiftskirche durch Theodor Kardinal Innitzer zum Priester geweiht. Es folgten 14 Jahre seelsorglicher Tätigkeit in Heiligenkreuz, Siegenfeld, Grub und Trumau sowie als Dekanatsjugendseelsorger. Ab 1966 war Hradil Novizenmeister sowie Subprior und Juniorenmagister. 1977 wurde er zum Prior des Stiftes ernannt.
Am 10. Juni 1983 wurde Hradil von den Mitbrüdern zum 66. Abt des Stiftes Heiligenkreuz gewählt. Die Benediktion erfolgte ein Monat später durch Franz Kardinal König. Von 1984 bis 1989 war er Vorsitzender der Wiener Superiorenkonferenz, von 1991 bis 1997 Abtpräses der Österreichischen Zisterzienserkongregation. 1988 gründete er das Priorat Bochum-Stiepel. 1999 trat er aus gesundheitlichen Gründen als Abt zurück, sein Nachfolger wurde Gregor Henckel-Donnersmarck, der im April 2025 verstarb.
Hradils Wahlspruch als Abt lautete: "Ex toto corde - Aus ganzem Herzen" (Dtn 5,6). Zu den prägenden Ereignissen seiner Amtszeit zählen das 850-Jahr-Jubiläum des Stiftes 1983, der Besuch von Bundespräsident Richard von Weizsäcker 1986 sowie der Besuch von Mutter Teresa 1988. Nach seiner Emeritierung war er weiterhin aktiv u.a. als Spiritual der Junioren und der Zisterzienserinnen von Marienkron, als Exerzitienleiter und Schriftleiter der Zeitschrift "Sancta Crux".
Sein amtierende Nachfolger Abt Maximilian Heim würdigte Hradil als durchgehend der Gemeinschaft verbundenen Mönch, der bis zuletzt aktiv am klösterlichen Leben teilgenommen habe. Seine stille Präsenz sei ein Zeugnis seiner Liebe zum Konvent, seiner Demut und Gottsuche gewesen. Zisterzienser-Abtpräses Pius Maurer hob seinen Einsatz als Abt sowie seine Tätigkeiten bei Visitationen und in der Förderung der Zisterzienserklöster hervor. Hradil habe energisch und zugleich gütig gewirkt und sei eifrig, monastisch und liturgisch interessiert gewesen.