Elftägige Afrika-Reise beginnt: Papst nach Algier abgeflogen
13.04.202609:17
Italien/Vatikan/Algerien/Papst/Afrikareise
Dritte und bisher längste Auslandsreise führt Leo XIV. zunächst nach Algerien, ab Mittwoch folgen Kamerun, Angola und Äquatorialguinea - Papst besucht in Algier drittgrößte Moschee der Welt - Leo am Dienstag auf den Spuren des heiligen Augustinus in Hippo
Rom, 13.04.2026 (KAP) Papst Leo XIV. ist Montagfrüh zu einer elftägigen Reise mit Besuchen in vier afrikanischen Ländern aufgebrochen. Kurz nach 9 Uhr hob der Airbus A330 der italienischen ITA Airways mit der vatikanischen Delegation und 70 mitreisenden Medienvertretern vom römischen Flughafen Fiumicino in Richtung Algier ab. Der Papst wird nach einem etwa zweistündigen Flug in der Hauptstadt von Algerien erwartet.
Die dritte und bisher längste Auslandsreise des vor knapp einem Jahr gewählten Papstes führt ihn bis 23. April nach Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea. Dabei will sich Leo laut dem Vatikan für die Förderung von Frieden, Umweltschutz, sozialer Gerechtigkeit und den Dialog mit dem Islam einsetzen. Ebenso will er die Christen in Afrika bestärken.
Auf dem Programm des gebürtigen US-Amerikaners, der dem Augustinerorden angehört, stehen Besuche bei den Präsidenten der vier Länder, Treffen mit Behörden, Zivilgesellschaft und Diplomatischem Corps sowie Besuche bei kirchlichen und sozialen Einrichtungen. In allen vier Ländern feiert der Papst zudem öffentliche Gottesdienste, zumeist unter freiem Himmel.
Moschee und heiliger Augustinus
Nach der am Montagvormittag gegen 11 Uhr geplanten Landung in Algier wird Papst Leo XIV. am Flughafen der algerischen Hauptstadt von Staatspräsident Abdelmajid Tebboune sowie den Bischöfen des Landes um Kardinal Jean-Paul Vesco begrüßt werden. Im Anschluss an die für Staatsbesuche übliche Station am Märtyrerdenkmal zum Algienkrieg im zentralen Viertel Riadh el Feth findet ein Höflichkeitsbesuch bei Staatsoberhaupt Tebboune im Präsidentenpalast statt.
Danach wird sich Leo in einer Ansprache an Vertreter aus Politik, Diplomatie und Zivilgesellschaft in der früheren französischen Kolonie wenden. Algerien ist laut Verfassung eine demokratische Volksrepublik, die die Grundrechte gewährleistet. Nichtregierungsorganisationen kritisieren jedoch Einschränkungen der Meinungs-, Versammlungs- und Pressefreiheit. Die soziale und wirtschaftliche Lage in dem ressourcenreichen Land ist angespannt, die Arbeitslosigkeit insbesondere unter jungen Menschen hoch.
Im heute vom Islam geprägten Algerien besucht Leo XIV. am Montagnachmittag die große Moschee von Algier, die weltweit drittgrößte muslimische Gebetsstätte. Auch an die eigenen katholischen Gläubigen wendet sich der Papst gleich am Ankunftstag, und zwar bei einem abendlichen Treffen in der Marienbasilika "Unsere Liebe Frau von Afrika". Heute machen Katholiken etwa 0,2 Prozent der rund 46 Millionen Algerier aus. Ihre Kirche ist als einzige christliche Gemeinschaft offiziell registriert.
Der zweite Besuchstag am Dienstag steht ganz im Zeichen des Heiligen Augustinus (354-430). Papst Leo fliegt in die Stadt Annaba und wird die archäologische Stätte von Hippo besuchen, wo Augustinus, auf den der Augustinerorden zurückgeht, in der Spätantike Bischof war. Anschließend feiert Leo XIV. in der örtlichen Augustinus-Basilika einen Gottesdienst. Auch ein privates Treffen mit seinen Ordensbrüdern im Haus der Augustiner-Gemeinschaft steht auf dem Programm.
Am Mittwoch weiter nach Kamerun
Von Algerien geht es am Mittwoch (15. April) weiter in Kameruns Hauptstadt Yaoundé. Nach der deutschen Kolonialherrschaft (1884-1916) wurde die Region zwischen Frankreich und Großbritannien aufgeteilt. Nach der Unabhängigkeit 1960/61 entstand ein Staat, der bis heute mit dem Erbe der Zweisprachigkeit und mit internen Konflikten zu kämpfen hat.
Mit einem Friedenstreffen im anglophonen Bamenda will Leo XIV. die Menschen in Dialog bringen. Kameruns Bischöfe hoffen darauf, dass der Besuch die Einheit des vielfältigen Landes fördert, in dessen Norden die islamistische Terrorgruppe Boko Haram immer wieder Anschläge verübt.
Dritte Auslandsreise
Am 18. April fliegt Leo XIV. dann nach Luanda in Angola im Südwesten Afrikas, wo als Erbe des Kolonialismus als Amtssprache Portugiesisch gesprochen wird. Letzte Station ist dann ab 21. April eines der kleinsten Länder Afrikas, das einen katholischen Bevölkerungsanteil von 80 Prozent hat: Äquatorialguinea mit der Hauptstadt Malabo, das seit 1979 diktatorisch regiert wird. Am 23. April kehrt Leo XIV. nach Rom zurück.
Seine erste Reise als Papst hatte Leo XIV. Ende November in die Türkei und den Libanon unternommen, im März war er für einen Tag im Fürstentum Monaco. Der 70-Jährige ist der erste US-Amerikaner im Papstamt. Das Oberhaupt der 1,4 Milliarden Katholiken war zuvor lange in Peru tätig und hat auch einen peruanischen Pass.
(Kathpress-Schwerpunkt mit allen Meldungen und Hintergrundberichten zur Afrika-Reise von Papst Leo abrufbar unter www.kathpress.at/papst-in-afrika)
Als erster Papst besucht Leo XIV. das heute überwiegend muslimische Algerien - Seit seinen Anfängen war das Christentum in der Region präsent, heute leben nur noch wenige Katholiken in dem nordafrikanischen Land
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