Irak: Politik versichert neuem chaldäischen Patriarchen Unterstützung
13.04.202615:56
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Gratulationen aus Kirchen und Politik an Patriarch Paul III. Nona - Präsidenten des Irak und der Autonomen Region Kurdistan betonen wichtige rolle der Christen beim Aufbau einer friedlichen und toleranten Gesellschaft
Bagdad, 13.04.2026 (KAP) Am Sonntag wurde Amel Shamon Nona (58), chaldäischer Erzbischof von Australien und Neuseeland, zum neuen Kirchenoberhaupt der Chaldäisch-katholischen Kirche gewählt. Er hat als Patriarch den Namen Paul III. angenommen. Von vielen Seiten treffen seither Glückwünsche für den neuen Patriarchen ein. Vonseiten der Politik gratulierte an erster Stelle der irakische Präsident Nizar Amidi. Er hob die historische und aktuelle Rolle der Christen beim Aufbau des Irak und der Etablierung einer Kultur der Vielfalt und Geschwisterlichkeit hervor. Amidi bekräftigte zudem das Bemühen des irakischen Staates, die Rechte der Christinnen und Christen im Land und ihre Teilhabe an Gesellschaft und Politik zu garantieren.
In ähnlicher Weise äußerte sich auch der Präsident der Autonomen Region Kurdistan, Nechirvan Barzani. Er sei zuversichtlich, so Barzani, dass die Wahl des neuen Patriarchen ein gutes Omen für die Festigung des friedlichen Zusammenlebens aller Bevölkerungsgruppen im Land sei. Die autonome Region Kurdistan werde auch weiterhin ein sicherer Zufluchtsort für alle religiösen und nationalen Gruppen sein.
Als erster Gratulant überhaupt hatte sich Kardinal Louis Sako eingestellt, dessen Rücktritt als chaldäischer Patriarch von Papst Leo XIV. am 10. März angenommen worden war. Unter den weiteren hochrangigen Gratulanten war etwa Patriarch Mar Awa III., Oberhaupt der Kirche des Ostens, und Mar Gewargis III. Younan, Patriarch der Alten Kirche des Ostens. - Die Kirche des Ostens, Alte Kirche des Ostens und Chaldäische Kirche gehören alle drei zur gleichen Kirchenfamilie.
Weitere Glückwünsche erreichten Patriarch Paul III. Nona etwa vom koptischen Papst-Patriarchen Tawadros II., dem maronitischen Patriarchen Kardinal Boutros Bechara Rai und dem Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa.
Die Bischöfe der Chaldäischen Kirche waren am 9. April zu einer Synode zusammengekommen, um ein neues Kirchenoberhaupt zu wählen. Am 10. April waren sie von Papst Leo XIV. in Audienz empfangen worden.
Früherer Erzbischof von Mosul
Patriarch Paul III. Nona wurde 1967 im nordirakischen Alqosh geboren und 1991 in Bagdad zum Priester geweiht. Er studierte Theologie unter anderem an der Päpstlichen Lateranuniversität in Rom. Nach pastoralen Aufgaben in seiner Heimatdiözese Alqosh promovierte er 2005 und wirkte als Dozent und Professor für Anthropologie am Babel College sowie in leitenden Funktionen innerhalb der Chaldäischen Kirche.
Als Nona 2010 mit 42 Jahren zum Bischof geweiht wurde, war er der jüngste chaldäische Bischof weltweit. Als Erzbischof von Mosul folgte er auf Erzbischof Paulos Faraj Rahho, der von Islamisten im Jahr 2008 ermordet worden war.
2014 erlebte Nona die dramatische Vertreibung der Christen durch die Terrormiliz Islamischer Staat hautnah mit und wurde wie alle Christen der Ninive-Ebene ins Exil gezwungen. Von 2015 bis jetzt leitete er die chaldäische Erzdiözese in Sydney. In seinen Ämtern setzte er sich wiederholt für die verfolgten Christen im Nahen Osten ein und prägte mit eindringlichen Stellungnahmen zur Lage in der Region die internationale Debatte.
Die Chaldäisch-katholische Kirche ist ab dem 16. Jahrhundert aus der Assyrischen Kirche des Ostens hervorgegangen. In der Kirche wird der ostsyrische Ritus verwendet. Liturgiesprache ist grundsätzlich Syrisch (Aramäisch), oft aber auch in Kombination mit Arabisch. Wegen der Union mit der römisch-katholischen Kirche haben auch lateinische Elemente Eingang in die Liturgie gefunden.