Italienischer Kardinal zählte viele Jahre zu den wichtigsten Diplomaten des Vatikans und ist Großmeister des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem
Vatikanstadt, 14.04.2026 (KAP) Kardinal Fernando Filoni, Großmeister des Ordens der Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem, Vatikandiplomat und früher Leiter der einflussreichen Missionskongregation, wird am Mittwoch (15. April) 80 Jahre alt. Mit Erreichen dieser Altersgrenze scheidet der Süditaliener aus dem Kreis der Papstwähler aus.
Damit sind derzeit noch 120 der 243 Kardinäle der Weltkirche in einem möglichen Konklave stimmberechtigt. Die Zahl der potenziellen Papstwähler fällt so erstmals seit langem wieder auf jene Zahl, die Johannes Paul II. (1978-2005) einst als Obergrenze festgelegt hatte.
Der 1946 im apulischen Manduria geborene Filoni trat nach der Priesterweihe sowie weiteren Studienabschlüssen in Kirchenrecht, Philosophie und Journalismus 1981 in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein. Nach einigen Posten als Vatikanbotschafter wurde er 2007, unter Benedikt XVI., zum Substituten im Staatssekretariat, einer Art Stabschef.
Im Irak-Krieg ausgeharrt
Besondere Bekanntheit erlangte Filoni im Irak-Krieg 2003, als er ungeachtet der Bombardierung Bagdads durch US-Streitkräfte auf seinem Botschafterposten dort ausharrte. 2006 entging er knapp einer Autobombe, die nahe der Nuntiatur in Bagdad explodierte.
2011 erhielt er die Leitung der finanziell und personalpolitisch gewichtigen Missionskongregation, der etwa ein Drittel aller katholischen Bistümer weltweit unterstehen. 2012 folgte die Erhebung in den Kardinalsstand. Inzwischen gehört er zur höchsten Klasse der Kardinäle, den Kardinalbischöfen.
Filoni gilt im Vatikan als einer der besten Kenner des Nahen Ostens und Chinas. Papst Franziskus bestätigte ihn 2013 im Amt, machte ihn dann aber Ende 2019 zum Großmeister der Grabesritter. Beim ersten Besuch eines Papstes in den Irak im März 2021 war Filoni Teil der offiziellen Delegation.
Auch Kardinäle Omella und Montenegro bald 80
Mit Francesco Montenegro verliert am 22. Mai ein weiterer Italiener sein Stimmrecht für die Papstwahl. Hinzu kommt Juan José Omella Omella aus Barcelona, der am 21. April sein 80. Lebensjahr vollendet.