Vizepräsident Vance verteidigt verbale Attacken von Trump gegen Papst Leo XIV. - Weltweit breite Unterstützung für Kirchenoberhaupt
Washington, 14.04.2026 (KAP/KNA) Die Spannungen zwischen der US-Regierung und dem Vatikan gehen weiter. US-Vizepräsident James David Vance verteidigte die verbalen Attacken von US-Präsident Donald Trump gegen Papst Leo XIV. wegen dessen Kritik am Iran-Krieg. Trump selbst lehnte eine Entschuldigung beim Papst ab. Von katholischen Bischöfen kommen weltweit Solidaritätsbekundungen für das Kirchenoberhaupt.
Vizepräsident Vance sagte dem Sender Fox News (Montag Ortszeit), der Vatikan solle sich auf Fragen der Moral und der Kirche konzentrieren statt auf politische Debatten. Präsident Trump wiederum müsse die Interessen der Vereinigten Staaten im Blick haben.
Zugleich erklärte Vance: "Wir können den Papst respektieren, wir haben sicherlich ein gutes Verhältnis zum Vatikan." Meinungsverschiedenheiten zwischen der US-Regierung und dem Vatikan, etwa zu Fragen der Migration, habe es immer wieder gegeben - "ich denke nicht, dass dies besonders bemerkenswert ist", meinte der 2019 selbst zum Katholizismus konvertierte Vizepräsident.
Verbalattacke gegen den Papst
Am Wochenende hatte Trump den Papst in einer längeren Verbalattacke auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social unter anderem als "schwach" gegenüber Kriminalität und eine "Katastrophe" in der Außenpolitik bezeichnet und Leo vorgeworfen, der Kirche zu schaden. Zuvor hatte sich der Papst in den vergangenen Wochen wiederholt kritisch über Kriegsrhetorik und Kriegsführung des US-Präsidenten geäußert. So verurteilte Leo XIV. etwa Trumps Drohungen, im Iran "eine ganze Zivilisation zu zerstören" und zivile Infrastruktur anzugreifen als "wahrlich inakzeptabel". Immer wieder, etwa auch bei einem Friedensgebet im Petersdom am vergangenen Wochenende, mahnte der Papst in eindringlichen Worten zum Frieden.
Verstärkt wurde die Kritik des Kirchenoberhaupts durch drei US-Kardinäle, die im CBS-Programm "60 Minutes" am Sonntagabend den Iran-Krieg verurteilten. Washingtons Erzbischof Kardinal Robert McElroy erinnerte daran, dass es sich nach katholischer Lehre nicht um einen gerechten Krieg handele: "Dies ist ein Krieg der Wahl."
"Bizarres Bild"
Eine Entschuldigung für seine Äußerungen über den Papst lehnte Trump am Montag (Ortszeit) ab. "Er liegt falsch", erklärte er. Unterdessen löschte der US-Präsident ein auf Truth Social gepostetes KI-Bild, das ihn als jesusähnliche, lichtumstrahlte Figur zeigt, die einem kranken Mann die Hand auflegt. Das Bild hatte vielfach für Empörung gesorgt; Kritiker hatten Trump unter anderem Gotteslästerung vorgeworfen. Gegenüber Fox News behauptete er nach der Löschung: "Ich dachte, es ginge um mich als Arzt und hätte etwas mit dem Roten Kreuz zu tun."
Der britische Kardinal Timothy Radcliffe nannte das Bild und die Erklärung bizarr. "Ich habe viele Ärzte in meinem Leben getroffen. Aber keiner war so umstrahlt."
Breite Unterstützung für Leo XIV.
Erzbischof Paul Coakley, Vorsitzender der US-Bischofskonferenz, erklärte nach den Trump-Aussagen, er sei "bestürzt, dass der Präsident solch herabsetzende Worte über den Heiligen Vater gewählt hat". Der Papst sei kein politischer Gegner, sondern als Nachfolger Petri berufen, Frieden, Wahrheit und dem Evangelium zu dienen. Auch der Trump-nahe Bischof Robert Barron kritisierte die Äußerungen des US-Präsidenten über Leo XIV. als "völlig unangemessen und respektlos" und forderte Trump zu einer Entschuldigung beim Papst auf.
Aus der katholischen Kirche weltweit kam viel Kritik an Trumps Konfrontationskurs gegenüber Papst und Vatikan. Mehrere europäische Bischofskonferenzen bekundeten nach der Verbalattacke ihre Solidarität mit dem Papst. Italiens Bischöfe riefen dazu auf, dem Papst den gebührenden Respekt für seine Person und sein Amt entgegenzubringen. Der spanische Bischof Jose Ignacio Munilla meinte unter Verweis auf das Friedensgebet, zu dem Leo am Wochenende in den Petersdom eingeladen hatte: "Stell dir vor, welche Kraft der Rosenkranz hat - und schau dir an, wie sehr Donald Trump sich darüber aufgeregt hat. Es reicht ein Funke Glauben."
Peruanischer Kardial: Papst erfüllt Mission Jesu
Auch mehrere lateinamerikanische Bischofskonferenzen veröffentlichten Solidaritätsbotschaften für das Kirchenoberhaupt. "Wir haben einen konsequenten Anführer, der uns einen Weg ohne Umkehr aufzeigt: den Frieden stets und unter allen Umständen zu fördern", betonte der chilenische Kardinal Fernando Chomali. Der peruanische Kardinal Carlos Castillo erklärte: "Wir bekunden unsere Unterstützung angesichts der Äußerungen eines Staatsoberhauptes, das versucht hat, einen Papst zu diskreditieren, der seine Mission erfüllt, die Mission Jesu."
Die Brasilianische Bischofskonferenz schrieb in einer Stellungnahme, die geistliche und moralische Autorität des Papstes orientiere sich nicht an der Logik der politischen Konfrontation, sondern an der Treue zum Evangelium, "das sich unablässig für den Frieden, die Menschenwürde und den Dialog zwischen den Völkern einsetzt".
"Wir glauben als Friedensstifter an die Botschaft des Evangeliums"
Leo XIV. selbst kommentierte die Äußerungen Trumps am Montag mit den Worten: "Ich fürchte weder die Trump-Regierung noch das offene Aussprechen der Botschaft des Evangeliums." Er sei kein Politiker und wolle sich nicht auf eine Debatte mit Trump einlassen. "Aber wir glauben als Friedensstifter an die Botschaft des Evangeliums."