Ehemaliger Glaubenspräfekt Müller: "Niemand hat das Recht hat, den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt, das Evangelium des Friedens zu bezeugen" - Südafrikanischer Kardinal Brislin: Papst vertritt Position der Kirche
Rom/Linz, 15.04.2026 (KAP) Der deutsche Kurienkardinal Gerhard Müller verteidigt Papst Leo XIV. gegen die jüngsten Verbalangriffe von US-Präsident Donald Trump. Niemand habe das Recht, den Papst zu kritisieren, wenn dieser treu Zeugnis für das Evangelium des Friedens ablege und niemand dürfe den Namen Gottes für eigene Interessen instrumentalisieren, sagte der frühere Leiter der vatikanischen Glaubensbehörde. "Vom Heiligen Vater kann niemand etwas anderes erwarten als den Einsatz für den irdischen Frieden unter den Völkern", so der Kardinal in einer von der Website Kath.net (Dienstag) veröffentlichten Stellungnahme.
Basierend auf dieser Klarstellung ging der frühere Glaubenspräfekt auch auf die ethischen Herausforderungen und ein "kaum aufzulösendes moralisches Dilemma" im Umgang mit gefährlichen Regimen wie dem im Iran ein. Die USA hätten als Supermacht "eine besondere historische Verantwortung für den Frieden, die Freiheit und das Wohlergehen der Menschheit in unserer globalen Welt". Dies, so Müller, umfasse auch die "Eindämmung von gefährlichen Regimen und Diktaturen" durch wirtschaftliche Sanktionen und militärische Mittel im Rahmen des Völkerrechts.
Regime in Teheran als "Missbrauch der Religion" brandmarken
Das Regime in Teheran müsse "weltweit gebrandmarkt werden als Missbrauch der Religion", die Gottesverehrung sei und niemals zur Rechtfertigung von Morden an Unschuldigen missbraucht werden dürfe, ergänzte der Kardinal. Auch sei eine Zerstörung des Kriegsmaterials von diktatorischen Staaten und etwa deren Fähigkeit zum Einsatz von Nuklearwaffen "moralisch nicht illegitim und kann historisch geboten sein".
"Im konkreten Fall ist aber klar zu sagen, dass niemand das Recht hat, den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt, den er von Christus erhalten hat, das Evangelium des Friedens zu bezeugen", so Müller. Und weiter: "Auch ein guter Zweck heiligt nicht die schlechten Mittel. Wir können nur arbeiten und beten für den Frieden, aber nicht um jeden Preis, sondern für einen gerechten Frieden, auch für das iranische Volk, dass es von einer Terrorherrschaft befreit wird. Und auch das Existenzrecht Israels darf nie in Frage gestellt werden. Aber wir hoffen, dass nicht mehr kriegerische Mittel notwendig sind, weil alle Nachbarn im Nahen Osten friedlich miteinander auskommen wollen."
Kardinal Brislin: Papst vertritt Position der Kirche
Auch der südafrikanische Kardinal Stephen Brislin, Vorsitzender der Bischofskonferenz des Südlichen Afrika (SACBC), reagierte. Die Worte Trumps gäben "Anlass zu großer Besorgnis", erklärte der Erzbischof von Johannesburg laut römischem Pressedienst "Fides" (Mittwoch).
Leo XIV. seit seiner Wahl zum Papst in öffentlichen Äußerungen in den vergangenen Monaten die Position der Kirche zu den wichtigsten globalen Herausforderungen klar dargelegt, "darunter der Umgang mit Migranten, die Klimakrise, die Notwendigkeit der Wahrheit im Zeitalter von Desinformation und künstlicher Intelligenz sowie die Ablehnung von Krieg und militärischen Interventionen", so Brislin: "Dies sind nicht die persönlichen Positionen des Papstes. Es ist die Position der gesamten katholischen Kirche, die wir alle vertreten und verteidigen", sagte der Kardinal.
Bischofskonferenz bekundete Solidarität mit Leo XIV., katholische Laienorganisationen kritisieren Trum-Äußerungen als "unangemessen, vulgär und respektlos"