Ordensfrau erwartet klare Worte des Papstes an Kameruns Präsident
16.04.202610:15
Kamerun/Papst/Diplomatie/Konflikte
Kirchenoberhaupt besucht am Donnerstag englischsprachigen Teil Kameruns - Ordensfrau: "Ich wünsche mir, dass er über Gerechtigkeit spricht"
Bamenda, 16.04.2026 (KAP/KNA) Vor dem Besuch von Papst Leo XIV. im englischsprachigen Teil Kameruns am Donnerstag setzt die dortige Bevölkerung auf eine klare Botschaft des Kirchenoberhaupts. "Ich wünsche mir, dass er über Gerechtigkeit spricht", sagte die katholische Ordensfrau Jackie Atabong der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Ohne Gerechtigkeit gebe es weder Versöhnung noch Frieden. Leo wird am Vormittag in der Stadt Bamenda erwartet, wo ein Treffen mit der lokalen Bevölkerung geplant ist.
Einerseits hofft die Ordensfrau, dass der Papst mit seinen Worten die notleidende Bevölkerung erreicht und tröstet. Viele Menschen würden sich ungerecht behandelt fühlen.
Worte des Papstes gelten als einflussreich
Andererseits wünscht sich Atabong eine klare Botschaft an die Machthabenden. In Kamerun steht Paul Biya (93) seit 1982 an der Staatsspitze. "Was der Papst sagt, wird von den meisten Menschen sehr ernst genommen", so Atabong. Sie kritisierte vor allem die Vernachlässigung der Region. Nur wegen der Papstreise habe es ein paar Reparaturen gegeben. "Das ist aber bloße Kosmetik." Man wolle den Eindruck erwecken, dass alles in Ordnung sei.
Tatsächlich erlebt der anglophone Teil seit 2016 eine schwere Krise. Bereits seit Jahrzehnten fühlt sich die Bevölkerung dort von der Regierung in der Hauptstadt Yaoundé marginalisiert. Bewohner kritisierten etwa, dass sie - obwohl das Land mit Französisch und Englisch zwei Amtssprachen hat - schlechtere Chancen bei Bewerbungen hätten. Proteste brachen schließlich aus, als Französisch als einzige offizielle Schul- und Justizsprache eingeführt werden sollte.
Über Jahre lieferten sich Separatistenbewegungen Kämpfe mit Sicherheitskräften der Regierung. Menschenrechtsverletzungen gehen von beiden Seiten aus. Von der unsicheren Lage profitieren heute vielfach kriminelle Banden. Nach UN-Angaben sind in der Region knapp 500.000 Menschen vertrieben.
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