Podcast begleitet Schlussphase des Projekts "Mut zum Hinsehen" und verweist auf Folgen von Missbrauch für Betroffene wie für Vertrauen in Kirche und Institution
Bozen, 17.04.2026 (KAP) Mit "Offene Wunden, offen reden - Aufarbeitung und Prävention in der Kirche Südtirols" startet die Diözese Bozen-Brixen einen neuen Podcast zum Umgang mit Missbrauch und zur Stärkung der Prävention. "Gastgeber" des Podcast ist der Theologe Peter Beer, Professor an der Päpstlichen Universität Gregoriana und Leiter der Steuerungsgruppe des diözesanen Projekts "Mut zum Hinsehen". Der Podcast begleite die Schlussphase des Projekts "Mut zum Hinsehen" der Diözese Bozen-Brixen und zeige, wie Prävention in den verschiedenen Bereichen konkret umgesetzt wird, hieß es in einer Aussendung. "Prävention ist eine gemeinsame Aufgabe, die alle Bereiche der Kirche betrifft und langfristig angelegt ist", so die Südtiroler Diözese.
In sieben Folgen widmet sich der Podcast zentralen Fragen rund um Aufarbeitung und Prävention und stellt unterschiedliche Perspektiven in den Mittelpunkt. Zu Wort kommen unter anderem der Betroffene August Aukenthaler, der Priester Mario Gretter, Generalvikar Eugen Runggaldier sowie Bischof Ivo Muser. Weitere Folgen beleuchten die Präventionsarbeit in den Bereichen Caritas, Bildung und Verwaltung.
Der Titel "Offene Wunden" verweise auf die Folgen von Missbrauch für Betroffene ebenso wie für das Vertrauen in Kirche und Institution, hieß es. Der Podcast wird ab sofort im Wochenrhythmus auf den gängigen Plattformen veröffentlicht. Unter anderem ist er auf Spotify (Folge 1: https://open.spotify.com/episode/7ayLWzzK9StPQrIVrcNxOz?si=5TpQ24_MRYWU89krA0OyMw) abrufbar. Zusätzlich werden die Folgen auf Radio Grüne Welle im Rahmen der Sendereihe "Sonntagsakademie" ausgestrahlt.
Projekt "Mut zum Hinsehen"
Die Diözese Bozen-Brixen gilt unter Italiens Diözesen als Vorreiterin in Sachen Aufarbeitung und Prävention von Missbrauch. Im Rahmen des mehrjährigen Projekts "Mut zum Hinsehen", bei dem Missbrauchsfälle im kirchlichen Bereich und ihr Umgang damit aufgearbeitet sowie die Prävention von Missbrauch verbessert werden soll, wurde zu Jahresbeginn auch eine den Zeitraum von 1964 bis 2023 umfassende unabhängige Untersuchung zu Missbrauchsfällen vorgelegt. Eine Ombudsstelle für Missbrauchsfälle gibt es in der Südtiroler Diözese seit 2010.
Leiterin Brunner will vor allem Betroffene beteiligen - 32 Meldungen bei Ombudsstelle seit Veröffentlichung des Missbrauchsgutachtens zu Jahresbeginn eingegangen
Gutachter Wastl sieht "systemisches Totalversagen" in Fall, der im September für viel Kritik auch an Bischof Muser sorgte - Muser: Künftig konsequente Beteiligung der Betroffenen und unabhängige Interventionsstelle