Was die Kirche zu Kriegen und Rüstung lehrt, ist im "Katechismus der Katholischen Kirche" in den Artikeln 2307 bis 2317 zusammengefasst
Bonn, 17.04.2026 (KAP/KNA) In der Debatte über die Kritik von Papst Leo XIV. am Krieg der USA gegen den Iran wird von US-Regierungsvertretern und von Kirchenfvertretern auch die katholische Lehre vom gerechten Krieg angeführt. Was die Kirche zu Kriegen und Rüstung lehrt, ist im "Katechismus der Katholischen Kirche" in den Artikeln 2307 bis 2317 zusammengefasst.
Demnach sind Bürger und Regierende "verpflichtet, sich für die Vermeidung von Kriegen tätig einzusetzen". Nur wenn alle Möglichkeiten einer friedlichen Konfliktbeilegung ausgeschöpft sind, wird militärische Notwehr als "sittlich vertretbar" betrachtet. Auch hierbei sind enge Regeln zu beachten.
Begründete Aussicht auf Erfolg
So muss den Verteidigern sicherer, schwerwiegender und dauerhafter Schaden durch einen Angreifer drohen. Alle anderen Mittel der Schadensabwehr müssen sich als undurchführbar oder wirkungslos erwiesen haben. Die Verteidigung mit Waffen muss begründete Aussicht auf Erfolg haben und darf keine schlimmeren Folgen zeitigen als die Übel, die sie zu beseitigen sucht.
Zudem verweist die Kirche auf völkerrechtliche Grundsätze in bewaffneten Konflikten, wie sie in den Genfer Konventionen festgelegt sind. Kriegshandlungen, die auf die Vernichtung ganzer Städte abstellen und die Bevölkerung unterschiedslos ins Visier nehmen, werden als Verbrechen verurteilt. Sittenwidrige Befehle sind zu verweigern.
Auch "gerechter Krieg" ein Übel
Abschließend betont der Katechismus die theologische Sicht, nach der die Gefahr des Krieges in der Sündhaftigkeit des Menschen wurzele. Damit wird angedeutet, dass auch ein "gerechter Krieg" ein Übel ist.
Die Lehre vom gerechten Krieg geht maßgeblich auf den Kirchenlehrer Augustinus (354-430) zurück. Dessen Grundsätze - etwa die Beschränkung auf Verteidigung und das Prinzip der Verhältnismäßigkeit - wurden über die Jahrhunderte weiterentwickelt. Leo XIV. kommt aus dem Augustinerorden und zitiert häufig die Lehren des Heiligen Augustinus.
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