Papst-Gottesdienst in Yaoundé mit rund 500.000 Menschen
18.04.202613:07
Kamerun/Angola/Papst/Kirche
Leo XIV. feierte Messe auf Flughafengelände von Kameruns Hauptstadt - Papst unterstreicht in Predigt sozialpolitische Rolle der Kirche
Yaoundé, 18.04.2026 (KAP) Den letzten Gottesdienst des Papstes bei seinem Besuch Kamerun haben rund eine halbe Million Menschen miterlebt. Wie der Vatikan unter Berufung auf die örtlichen Behörden mitteilte, waren an der Feier am Samstagvormittag auf dem Flughafengelände der Hauptstadt Yaoundé rund 200.000 Menschen beteiligt. "Einige weitere Hunderttausend" hätten den Gottesdienst in der näheren Umgebung mitverfolgt.
Damit war der letzte Gottesdienst des Papstes in Kamerun auch der bisher größte seiner elftägigen Afrikareise. Am Vortag hatten nach Polizeiangaben mehr als 120.000 Menschen an der Papstmesse in der Metropole Douala im Umfeld des Japoma-Fußballstadions teilgenommen. Bei allen Gottesdiensten in Kamerun wurde Leo XIV. von der Bevölkerung begeistert gefeiert.
Mehrere Runden im Papamobil
Auf dem Flughafen-Areal in Yaoundé drehte der Papst am Samstag vor dem Gottesdienst unter großem Jubel der Menge im Papamobil einige Runden. Viele Menschen hatten sich bereits am Vorabend mit einer Gebetsvigil auf die Papstmesse eingestimmt und direkt auf dem Flughafengelände übernachtet, berichtete "Vatican News".
Stimmungsvolle Gesänge und ausgelassene Tänze, vorgeführt von traditionell bekleideten Ordensfrauen und Priestern, belebten die bunte Messe; neben Französisch und Englisch waren auch Lokalsprachen wie Ewondo und Fulfulde zu hören.
Papst unterstreicht sozialpolitische Rolle der Kirche
In seiner Predigt bekräftigte Papst Leo XIV. die von seinem Vorgänger Franziskus oft betonte "vorrangige Option der Kirche für die Armen". "Die Aufforderung 'Fürchtet euch nicht' erhält eine umfassende Bedeutung, auch auf sozialer und politischer Ebene, als Ermutigung, Probleme und Herausforderungen - insbesondere jene, die mit Armut und Gerechtigkeit zusammenhängen - gemeinsam, mit Bürgersinn und zivilem Verantwortungsbewusstsein anzugehen", sagte Leo. Weiter führte er aus: "Der Glaube trennt das Geistliche nicht vom Sozialen, sondern gibt dem Christen vielmehr die Kraft, mit der Welt in Beziehung zu stehen, um auf die Bedürfnisse der anderen, insbesondere der Schwächsten, einzugehen."
Der katholische Erzbischof von Yaoundé, Jean Mbarga, versicherte dem Papst in seinen Dankesworten den Einsatz von Kameruns Kirche für Frieden und Gemeinwohl - gemeinsam mit den muslimischen und traditionellen Gemeinschaften im Land. "Das Licht des Evangeliums wird unseren Kontinent in eine globale, ökologische und digitale Moderne führen - eine Moderne, die die heilige Würde und Identität seiner Völker achtet und bewahrt", öffnete Mbarga den Blick auf ganz Afrika.
Weiterflug nach Angola
Nach der Messe am Flughafen von Yaoundé und einer Abschiedszeremonie war für Samstagnachmittag der Weiterflug des Papstes nach Angola geplant. Die einstige portugiesische Kolonie im Südwesten Afrikas ist das dritte von vier Ländern auf der Reiseroute des Papstes. Seine erste große Messe in Angola ist für Sonntagvormittag in Kilamba im Süden der Hauptstadt Luanda geplant.
(Kathpress-Schwerpunkt mit allen Meldungen und Hintergrundberichten zur Afrika-Reise von Papst Leo abrufbar unter www.kathpress.at/papst-in-afrika)