Abt Heim bei Requiem in Stiftskirche: "Abt Gerhard hat uns ein großes Beispiel gegeben, wie man monastisches Leben umsetzen kann" - Landtagspräsident Wilfing: Hradil war "großer Mann des Glaubens und "Seelsorger im besten Sinn"
Wien, 18.04.2026 (KAP) Im Stift Heiligenkreuz wurde am Samstag unter großer Anteilnahme der am 12. April im Alter von 97 Jahren verstorbene Altabt Gerhard Hradil beigesetzt. Abt Maximilian Heim leitete in der Stiftskirche zusammen mit dem Abtpräses der Österreichischen Zisterzienserkongregation Pius Maurer und dem Wiener Franz Scharl das Requiem. Im Anschluss wurde Hradil am Klosterfriedhof bei der Kreuzkirche beigesetzt. Am Begräbnis nahmen mehrere weitere Äbte aus den Orden der Zisterzienser und der Augustiner-Chorherren, Priorin-Administratorin Immaculata Steiner von der Zisterzienserinnenabtei Mariakron sowie Landtagspräsident Karl Wilfing als Vertreter des Landes Niederösterreich teil.
"Abt Gerhard war wirklich einer, der uns ein großes Beispiel gegeben hat, wie man monastisches Leben umsetzen kann", würdigte Heim den verstorbenen Altabt, der bis zuletzt aktiv am klösterlichen Leben teilgenommen hatte. "In der Stille empfängt der Christ das verborgene Leuchten Christi. Im Dienst soll er strahlende Offenbarung seiner Gegenwart werden", zitierte er aus einer Predigt des Verstorbenen und erinnerte u.a. an die stets "fürsorgliche Haltung" Hradils gegenüber Mitbrüdern wie Mitarbeitern des Stifts.
Abt von 1983 bis 1999
Hradil war 1947 in das Noviziat des Stiftes Heiligenkreuz eingetreten und stand der Klostergemeinschaft von 1983 bis 1999 als Abt vor. Von 1984 bis 1989 wirkte der Zisterzienser auch als Vorsitzender der Wiener Superiorenkonferenz, von 1991 bis 1997 war er Abtpräses der Österreichischen Zisterzienserkongregation.
Abt Heim erinnerte beim Requiem auch an die in Hradils Amtszeit als Abt von Heiligenkreuz erfolgte Gründung des Priorats Bochum-Stiepel im Jahr 1988, einer "Oase in einer oft von der Glaubensnot gezeichneten Wüste", wie Heim sagte. Aus den prägenden Ereignissen der Amtszeit Hradils nannte er auch den im selben Jahr erfolgten Besuch von Mutter Teresa.
Wilfing: "Seelsorger im besten Sinn"
Immaculata Steiner, Leiterin der Zisterzienserinnenabtei Mariakron, dankte in Worten am Ende des Requiems für die menschliche und geistliche Begleitung von Marienkron durch den Verstorbenen über viele Jahre hinweg. Marienkron, wo Hradil nach seiner Emeritierung als Abt als Spiritual und Exerzitienleiter der Zisterzienserinnen aktiv war, sei Abt Gerhard ein Herzensanliegen gewesen. "Ordensleben ist verstärktes Christenleben", erinnerte Steiner an ein Wort des Verstorbenen.
Landtagspräsident Wilfing würdigte Altabt Hradil als "großen Mann des Glaubens, prägenden Ordensmann und Menschen, der viele berührt hat". Hradil habe viel dazu beigetragen, dass Heiligenkreuz bis heute als wichtiges geistliches Zentrum, "lebendige Wurzel des christlichen Glaubens" und kulturelles Erbe bestehe. Zudem sei er ein "Seelsorger im besten Sinn" gewesen, der Menschen, die bei ihm Halt und Orientierung suchten Mut, gegeben habe: "Seine Stärke lag nie im Lauten, sondern im Stillen, in seiner Bescheidenheit, Güte und gelebten Nächstenliebe."