Leo besuchte Wallfahrtsort Muxima am Fluss Kwanza - Papst an Gläubige: Marienfrömmigkeit auch Taten der Nächstenliebe folgen lassen
Muxima/Luanda, 19.04.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat in Angola um Zuversicht geworben und ob der tragischen Geschichte des Landes zur Versöhnung aufgerufen. Am siebten Tag seiner Afrikareise predigte er am Sonntagabend am Marienheiligtum von Muxima für mehr Gerechtigkeit in der Welt. Der Ort südöstlich der Hauptstadt Luanda spielte bis ins späte 19. Jahrhundert eine wichtige Rolle als Umschlagplatz im Sklavenhandel Richtung Brasilien. Bei einem großen Sonntagsgottesdienst in der Retortenstadt Kilamba hatte der Papst zuvor den Friedensschluss nach dem langjährigen Bürgerkrieg in Angola gewürdigt und gleichzeitig auf noch laufende Konflikte geschaut.
Nach einem Rosenkranzgebet mit rund 30.000 begeisterten Zuhörern sprach der Papst in Muxima davon, dass dort "seit Jahrhunderten so viele Männer und Frauen gebetet haben, in freudigen Momenten, aber auch in traurigen und sehr schmerzlichen Zeiten der Geschichte dieses Landes".
Die aus dem 17. Jahrhundert stammende Kirche in Muxima wurde in der portugiesischen Kolonialzeit gebaut. Viele Sklaven wurden dort vor ihrer Überfahrt nach Amerika getauft. Seit etwa 200 Jahren ist die Kirche am Fluss Kwanza Zentrum einer besonderen Marienfrömmigkeit.
Für das Wohl der Ärmsten einsetzen
Die Gläubigen, mit denen er betete, rief Leo XIV. auf, aus ihrer Marienfrömmigkeit auch Taten der Nächstenliebe folgen zu lassen. Er sagte: "Das Rosenkranzgebet verpflichtet uns dazu, jeden Menschen mit mütterlichem Herzen zu lieben - konkret und großherzig - und uns für das Wohl der anderen einzusetzen, insbesondere für das der Ärmsten."
Christen sollten sich "unermüdlich dafür einsetzen, dass es niemandem an Liebe mangelt und damit auch nicht an dem, was notwendig ist, um in Würde zu leben und glücklich zu sein: damit die Hungrigen zu essen haben, damit alle Kranken die notwendige Pflege erhalten, damit den Kindern eine angemessene Bildung garantiert wird, damit die Älteren ihre Jahre in Ruhe genießen können".
Bauprojekt für große Marienkirche
Wie Maria sollten auch Christen sich für Gerechtigkeit und Frieden einsetzen. Mit wenigen Worten würdigte der Papst auch das Bauprojekt für die Errichtung eines neuen, sehr viel größeren Marienheiligtums in Muxima.
Dieses sei ein Sinnbild für ein anderes großes Projekt, erklärte er: "Das einer besseren, gastfreundlichen Welt, in der es keine Kriege, keine Ungerechtigkeiten, kein Elend und keine Unehrlichkeit mehr gibt, und in der die Prinzipien des Evangeliums die Herzen, Strukturen und Programme zum Wohl aller immer mehr inspirieren und prägen. Die Liebe muss triumphieren, nicht der Krieg!"
Das Projekt zum Bau einer größeren Marienkirche neben der historischen Kapelle von Muxima geht auf das Jahr 1992 zurück, als Papst Johannes Paul II. (1978-2005) den Ort besuchte. Die neue Kirche soll Platz für fast 5.000 Menschen bieten, die Vollendung des Baus wird im kommenden Jahr erwartet.
Durst nach Hoffnung und Frieden
Zu Mittag hatte der Papst bei einem Gottesdienst mit rund 100.000 Menschen in Kilamba zur Versöhnung aufgerufen. Auch knapp ein Vierteljahrhundert nach dem Ende des längsten afrikanischen Bürgerkriegs sei Angola ein verwundetes Land. Es dürste nach Hoffnung, Frieden und Geschwisterlichkeit, so das Kirchenoberhaupt. Der Bürgerkrieg von 1975 bis 2002 habe das Land gezeichnet und wirke bis heute nach in Zwietracht und Spaltung sowie in der Verschwendung von Ressourcen und Armut.
Die Angolaner rief der Papst auf, sich nicht von Entmutigung lähmen zu lassen. Er sagte: "Brüder und Schwestern, heute gilt es, mit Hoffnung in die Zukunft zu blicken und die Hoffnung der Zukunft zu gestalten. Fürchtet euch nicht davor!" Die mehr als 100.000 Menschen, die unter bedecktem Himmel an dem Gottesdienst teilnahmen, quittierten die Worte des Papstes mit Beifall.
Warnung vor Mischformen
Zudem warnte Leo XIV. vor Mischformen des Glaubens zwischen Christentum und traditionellen afrikanischen Religionen. Diese gehörten zwar zu den Wurzeln der einheimischen Kultur. "Aber sie bergen gleichzeitig die Gefahr, magische und abergläubische Elemente zu vermischen, die dem geistlichen Weg nicht förderlich sind. Bleibt den Lehren der Kirche treu, vertraut euren Hirten und richtet euren Blick fest auf Jesus", so der Papst.
Gleichzeitig blickte der Papst auch auf die Situation in anderen Ländern. Ausdrücklich begrüßte Leo die Waffenruhe im Libanon, die auf Druck von US-Präsident Donald Trump zustande gekommen war. Das sei ein Grund zur Hoffnung für das libanesische Volk und für die gesamte Region, so das Kirchenoberhaupt. "Ich ermutige alle, die sich für eine diplomatische Lösung einsetzen, die Friedensgespräche fortzusetzen, um eine dauerhafte Beendigung der Feindseligkeiten im gesamten Nahen Osten zu erreichen." Zuvor hatte er die erneuten russischen Angriffe auf Zivilisten in der Ukraine beklagt und zum Dialog aufgerufen.
(Kathpress-Schwerpunkt mit allen Meldungen und Hintergrundberichten zur Afrika-Reise von Papst Leo abrufbar unter www.kathpress.at/papst-in-afrika)
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