Paul III. Nona war am 12. April zum neuen Oberhaupt der Chaldäischen Kirche gewählt worden, die mit Rom in Kirchenunion steht
Bagdad/Sydney, 20.04.2026 (KAP) Die feierliche Amtseinführung des neuen chaldäisch-katholischen Patriarchen Paul III. Nona findet am 29. Mai in der Josefskathedrale in Bagdad statt. Das hat das chaldäische Patriarchat mitgeteilt, wie der Pressedienst der Stiftung Pro Oriente am Montag berichtete. Amel Shamon Nona (58), bisher chaldäischer Erzbischof von Australien und Neuseeland, war am 12. April zum neuen Kirchenoberhaupt der Chaldäisch-katholischen Kirche gewählt worden. Er hat als Patriarch den Namen Paul III. angenommen und folgt auf Patriarch Kardinal Louis Raphael Sako (76), dessen Rücktrittsgesuch im März von Papst Leo XIV. angenommen worden war.
Nach der Rückkehr von der Synode der chaldäisch-katholischen Bischöfe in Rom wird der neue Patriarch in dieser Woche zunächst an seinem bisherigen Bischofssitz in Australien erwartet. In der chaldäischen Kathedrale in Sydney findet am Dienstagabend eine Feier mit Paul III. Nona statt.
Der aus Alqosh im Nordirak stammende neue Patriarch von Bagdad leitete die chaldäische Erzdiözese von Australien und Neuseeland seit 2015. 2014 hatte Nona als Erzbischof von Mosul im Irak die dramatische Vertreibung der Christinnen und Christen durch die Terrormiliz Islamischer Staat hautnah miterlebt und wurde wie alle Angehörigen der christlichen Gemeinschaften der Ninive-Ebene ins Exil gezwungen.
Chaldäische Christinnen und Christen in Österreich
Auch in Österreich gibt es chaldäische Christinnen und Christen. Rund 1.000 sind es im gesamten Bundesgebiet, die meisten leben in Wien. Die dortige chaldäische Gemeinde ist seit vielen Jahren in der Pfarre St. Benedikt am Leberberg in Wien-Simmering beheimatet. Eine kleine chaldäische Gemeinde gibt es auch in Linz.
Die Chaldäisch-katholische Kirche ist seit dem 16. Jahrhundert aus der Assyrischen Kirche des Ostens hervorgegangen. Zu ihr gehören weltweit rund 650.000 Gläubige. Der Sitz des Patriarchen befindet sich in Bagdad (Irak), ein großer Teil der Gläubigen lebt aber in den USA, Westeuropa und Australien. Im Nahen Osten gibt es bedeutende chaldäische Gemeinden im Irak, in Syrien, dem Libanon und im Iran. In Europa leben die meisten Chaldäer in Schweden (bis zu 30.000), Deutschland (ca. 18.000) und Frankreich (ca. 14.000).