Kirchenoberhaupt feiert zunächst Gottesdienst in Mongomo im Osten Äquatorialguineas - Später in Bata Begegnung mit Häftlingen, Jugendlichen und Familien sowie Gedenken an Opfer von Explosionsserie - Elftägige Afrikareise endet am Donnerstag
Malabo, 22.04.2026 (KAP) Am vorletzten Tag seiner elftägigen Afrikareise hat Papst Leo XIV. noch ein dichtes Programm vor sich. Mittwochfrüh fliegt er von Malabo, der wichtigsten Stadt Äquatorialguineas, nach Mongomo ganz im Osten des Landes. In der dortigen Basilika feiert er zu Mittag eine Messe. Danach besucht der Papst eine Technologieschule, die nach seinem Vorgänger Franziskus benannt ist.
Am Nachmittag fliegt Leo XIV. weiter nach Bata, wo er ein Gefängnis besuchen und ein Grußwort halten will. Anschließend betet er am Denkmal für die Opfer einer großen Explosionsserie, bei der am 7. März 2021 in einem Armeelager in Bata schlecht gelagerte Sprengstoffe detonierten. Mehr als 100 Menschen starben und viele verloren ihr Zuhause.
Am frühen Abend findet im Bata-Stadion eine Begegnung des Kirchenoberhaupts mit Jugendlichen und Familien des kleinen zentralafrikanischen Landes statt, bei der Leo XIV. auch eine Ansprache halten wird. Danach fliegt der Papst zurück nach Malabo.
Mahnung an den Staatschef
In einer Rede kurz nach seiner Ankunft in Äquatorialguinea am Dienstag hatte der Papst den Langzeit-Herrscher Teodoro Obiang (83) ermahnt, Freiheit und Gerechtigkeit zuzulassen. Dabei zitierte er dieselben Worte, die schon Johannes Paul II. vor 44 Jahren bei einem Besuch in dem afrikanischen Land demselben Präsidenten gesagt hatte.
In einer Rede im Präsidentenpalast von Malabo sagte Leo XIV. im Beisein des Staatspräsidenten, der Regierung und Diplomaten, es gehe darum, "ein soziales Klima echter Freiheit, Gerechtigkeit, Achtung und Förderung der Rechte jedes Einzelnen und jeder Gruppe sowie bessere Lebensbedingungen zu schaffen". Dies seien "noch immer aktuelle Worte, die alle, denen öffentliche Verantwortung übertragen ist, zum Nachdenken anregen können".
In der auf Spanisch gehaltenen Ansprache ging der Papst zudem auf die gegenwärtige Weltlage ein. So sagte er: "In einer von Machtanmaßung verwundeten Welt hungern und dürsten die Menschen nach Gerechtigkeit."
Nein sagen zu Wirtschaft der Ausgrenzung und Ungleichheit
Ferner zitierte er einen berühmten Satz seines vor einem Jahr verstorbenen Vorgängers Franziskus und sagte: "Wir müssen heute ein Nein zu einer Wirtschaft der Ausschließung und der Disparität der Einkommen sagen. Diese Wirtschaft tötet."
Mit eigenen Worten beklagte der Papst, "dass die Ausbreitung bewaffneter Konflikte eine ihrer Hauptursachen in der Kolonisierung von Öl- und Mineralvorkommen hat, ohne Rücksicht auf das Völkerrecht und das Selbstbestimmungsrecht der Völker".
Papst besuchte Universität und psychiatrische Klinik
Später besuchte Leo XIV. die Nationale Universität. Dort weihte er den neuen, nach ihm benannten Campus ein. Danach wurde er in einer psychiatrischen Klinik von Patienten und Pflegekräften begrüßt. In der Einrichtung werden etwa 100 Menschen betreut, viele von ihnen ehemalige Drogenabhängige.
Zum Abschluss stand am Dienstagabend ein Abendessen mit den sechs Bischöfen und einigen Priestern in der Residenz des Erzbischofs von Malabo auf dem Programm. Von den 1,9 Millionen Einwohnern Äquatorialguineas gehören nach verschiedenen Schätzungen rund zwei Drittel bis drei Viertel der katholischen Kirche an. Die Kirche ist in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Caritas stark vertreten.
Am Donnerstag Rückflug nach Rom
Der Afrikabesuch, der Leo XIV. seit dem 13. April zunächst nach Algerien, Kamerun und Angola geführt hatte, endet am Donnerstag mit einer großen Stadionmesse in Malabo. Mittags soll der Papst Richtung Rom starten. Leos Ankunft am internationalen Flughafen Rom-Fiumicino wird gegen 20 Uhr erwartet.
(Kathpress-Schwerpunkt mit allen Meldungen und Hintergrundberichten zur Afrika-Reise von Papst Leo abrufbar unter www.kathpress.at/papst-in-afrika)