Religionsolympiade mit Rekord an Einreichungen - Schülerinnen und Schüler setzen sich mit "Dankbarkeit" auseinander
Wien, 22.04.2026 (KAP) Die Religionsolympiade "Theolympia" verzeichnet heuer mit 499 Einreichungen einen neuen Rekord. In der Kategorie Essay wurden aus 273 Beiträgen drei Gewinnerinnen und Gewinner gekürt, im Fotowettbewerb wählte die Jury aus 226 Arbeiten ebenfalls drei Siegerbeiträge aus. Das Thema "Dankbarkeit - Tugend oder Taktik?" habe sich als besonders anschlussfähig für die Lebenswelt junger Menschen erwiesen, wie der Veranstalter, die Konferenz der Schulamtsleiterinnen und Schulamtsleiter Österreichs (SALK), in einer Aussendung am Mittwoch mitteilte. Die Siegerbeiträge werden am 28. Mai im Rahmen einer großen Festveranstaltung im Minoritensaal in Graz ausgezeichnet und sind via theolympia.at abrufbar.
Die Erstplatzierten kommen in diesem Jahr aus Wien und der Diözese Feldkirch. Den Essaybewerb gewann Benedikt Kühnelt-Leddihn (16) vom Wiedner Gymnasium in Wien. Platz zwei ging an Johanna Harrer (15) vom BRG Landwiedstraße in Linz, Platz drei an Sophie Freudensprung (16) von der Caritasschule Campus22 in Wien. In der Kategorie Foto belegte Anna Kainz (17) von der HAK Bregenz den ersten Platz, gefolgt von Alexandra Vlasata (15) aus dem Gymnasium Neusiedl am See und Franziska Schlick (18) von der HLW MultiAugustinum in Salzburg.
Insgesamt kommen die Preisträgerinnen und Preisträger aus den fünf österreichischen (Erz-)Diözesen Eisenstadt, Feldkirch, Linz, Salzburg und Wien; erstmals gab es Einreichungen aus allen teilnehmenden Diözesen, darunter auch aus der Diözese Bozen-Brixen. Neben den neun Siegerinnen und Siegern erreichten jeweils sieben weitere Teilnehmende in beiden Kategorien die Finalrunde.
Dankbarkeit zwischen Lebenshaltung und Kritik
Alle Beiträge thematisieren Dankbarkeit als persönliche Haltung ebenso wie deren mögliche gesellschaftliche Instrumentalisierung. "Wenn junge Menschen sich mit dem Thema Dankbarkeit auseinandersetzen, geht es nicht um einfache Antworten", erklärte SALK-Vorsitzende Andrea Pinz. Vielmehr entstehe ein Raum für die Verbindung von persönlichen Erfahrungen, gesellschaftlichen Fragen und religiösen Traditionen. "Genau diese Fähigkeit zur differenzierten Auseinandersetzung macht den Religionsunterricht so wertvoll", so Pinz.
Die Vielfalt und Qualität der Einreichungen würden verdeutlichen, wie intensiv sich Jugendliche mit grundlegenden Fragen des Lebens beschäftigen, so Pinz weiter. Der Religionsunterricht unterstütze sie dabei, eine eigene, reflektierte Haltung zu entwickeln.
Auch Gesamtleiter Ewald Nagl zeigte sich angesichts der Rekordbeteiligung erfreut und verwies auf die hohe Qualität der Arbeiten sowie das Engagement der Religionslehrkräfte. Diese begleiteten ihre Schülerinnen und Schüler "mit viel Einsatz, pädagogischem Feingefühl und persönlicher Überzeugung" bei der Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen.
Der Wettbewerb startet jedes Jahr im Herbst, die Ausschreibung endete am 1. Februar. Bewertet wurden die einzelnen Essaybeiträge zunächst in den jeweiligen Diözesen, ausgewählte Texte nahm dann die namhaft besetzte Bundesjury in den Fokus. Karin Peter von der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck, Till Schönwälder, Redakteur der Wochenzeitung DIE FURCHE und Peter Weinstich vom Schulamt der Erzdiözese Wien begutachteten die Essays sowie Bernd Ziegler vom Institut für Katechetik, Religionspädagogik und Pädagogik der KU Linz. Alle eingesandten Fotografien wurden von Fotoredakteurin Katja Greco sowie von Silvia Müllegger und Nina Schermann, Kunstvermittlerinnen am Dommuseum Wien, bewertet.