Homosexuellen-Initiative begrüßt Segnungen in Erzdiözese München
22.04.202611:27
Deutschland/Kirche/Segnungen/Sexualität
Kardinal Marx kündigte zuletzt Umsetzung einer Handreichung zur Segnung von Paaren, die nicht kirchlich heiraten können oder wollen, für seine Erzdiözese an
München, 22.04.2026 (KAP) In Bayern begrüßt die ökumenische Arbeitsgruppe "Homosexuelle und Kirche" die von Kardinal Reinhard Marx für die Erzdiözese München-Freising angekündigte Umsetzung einer Handreichung zur Segnung von Paaren, die nicht kirchlich heiraten können oder wollen, darunter auch homosexuelle Paare. In einer Erklärung vom Mittwoch hieß es, damit könne Liebenden, die sich nach der Definition der katholischen Kirche in "irregulären" Lebenssituationen befinden, der Segen Gottes zugesprochen werden, also etwa gleichgeschlechtlichen und anderen queeren Paaren, aber auch wiederverheirateten Geschiedenen.
Auch wenn die Handreichung mit dem Titel "Segen gibt der Liebe Kraft" hinter den Erwartungen der katholischen Reformbewegung des Synodalen Wegs zurückbleibe, stelle die Entscheidung von Marx doch einen Fortschritt gegenüber der bisherigen Situation dar, in der vielen Menschen der Segen der Kirche verweigert werde, so die Arbeitsgruppe laut Katholischer Nachrichten-Agentur (KNA).
Die Deutsche Bischofskonferenz und die Laienvertretung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) hatten die Handreichung "Segen gibt der Liebe Kraft", die eine Anregung des früheren Papstes Franziskus aufnimmt, im April 2025 beschlossen. Die Glaubensbehörde im Vatikan erhob allerdings Einwände gegen die Umsetzung.
In den meisten deutschen Diözesen wird die Handreichung entweder empfohlen oder ihre Verwendung zumindest geduldet; fünf Diözesen, darunter Köln und Augsburg, teilten in den vergangenen Monaten aber mit, dass die Handreichung nicht verwendet werde.
Münchens Kardinal Marx empfahl dieser Tage in einem Brief an die Seelsorgerinnen und Seelsorger seiner Erzdiözese die Handreichung als Grundlage des pastoralen Handelns, wie ein Sprecher gegenüber "katholisch.de" (Dienstag) bestätigte. "Allen Paaren, die sich lieben und für ihre Partnerschaft von der Kirche einen Segen erbitten, wünsche ich, dass sie in diesem Segen die Zuwendung Gottes spüren", heißt es in dem Schreiben, über das zuerst die Zeitung "Die Tagespost" berichtet hatte. Die Handreichung mache deutlich, dass eine Segnung keine sakramentale Eheschließung sei, so Marx.