Pläne für nach Religionszugehörigkeit getrennte Klassen einer Salzburger Volksschule nicht vom kirchlichen Schulamt genehmigt - Schulamtsleiter Konjecic: "Wir nehmen keinen Einfluss auf die Einteilung von Klassen"
Salzburg, 22.04.2026 (KAP) Der Leiter des Schulamts der Erzdiözese Salzburg, Erwin Konjecic, hat eine kolportierte Zustimmung zu Plänen für nach Religionszugehörigkeit getrennte Klassen an einer Salzburger Volksschule zurückgewiesen. Die Darstellung sei "so nicht zutreffend" und die angedachte Einteilung "unglücklich", sagte Konjecic gegenüber der Nachrichtenagentur Kathpress. Man habe mit der konkreten Klasseneinteilung "nichts zu tun" und diese auch nicht genehmigt. Die Bildungsdirektion habe das Vorhaben zudem bereits vor der medialen Berichterstattung per Weisung untersagt, so der Schulamtsleiter.
Hintergrund ist ein Plan an der Volksschule Liefering I, erste Klassen nach religiösem Bekenntnis zu organisieren, um einen zweistündigen Religionsunterricht zu ermöglichen, wie "Salzburger Nachrichten" und APA am Mittwoch berichteten. Aufgrund sinkender Zahlen katholischer Kinder sowie organisatorischer Herausforderungen bei der Beaufsichtigung von Schülerinnen und Schülern ohne Religionsunterricht habe die Direktorin "homogene Klassen" schaffen wollen. Ziel sei auch gewesen, Kindern anderer Bekenntnisse Religionsunterricht am Vormittag zu ermöglichen.
Konjecic widersprach zudem Darstellungen, wonach das Schulamt in die Planung eingebunden gewesen sei. Es habe zwar Kontakte gegeben, diese hätten jedoch eine Rechtsauskunft hinsichtlich des Freigegenstandes Religion betroffen und waren nicht als Empfehlung oder Akkordierung zu verstehen. "Wir nehmen keinen Einfluss auf die Einteilung von Klassen und haben eine solche in der Volksschule Liefering I auch nicht genehmigt", betonte er. Die Direktorin sei zu der nun diskutierten Einteilung weder veranlasst noch geraten worden.
Grundsätzlich liege die Klasseneinteilung in der Verantwortung der Schulleitung und müsse sich an pädagogischen und organisatorischen Kriterien orientieren. Aus Sicht des Schulamts gebe es "andere Modelle", um Fragen von Ressourcen, Diversität und Integration besser zu lösen. Weiters habe die Bildungsdirektion bereits vor der medialen Berichterstattung die Weisung herausgegeben, dass es keine Klasseneinteilung nach religiösen Bekenntnissen gebe, wies Konjecic.
Zwar falle die Organisation grundsätzlich in den Zuständigkeitsbereich der Schulen, diese habe jedoch im schulrechtlichen und ethischen Rahmen zu erfolgen, wies Bildungsdirektor Rudolf Mair via APA hin. Das Thema hatte unter Eltern für Kritik gesorgt. Die Bildungsdirektion hat die Direktorin zu einem Gespräch eingeladen, hieß es.