273 Millionen Kinder und Jugendliche ohne ausreichenden Bildungszugang - Schulprojekt in Südindien eröffnet - Heiserer: "Lesen und schreiben zu können ist ein Menschenrecht."
Wien, 22.04.2026 (KAP) Anlässlich des "Welttags des Buches" am Donnerstag (23. April) hat die Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt auf laut UNESCO 273 Millionen Kinder und Jugendliche aufmerksam gemacht, die keinen ausreichenden Zugang zu Bildung haben. Das betreffe jedes sechste Kind weltweit. In den vergangenen Jahren seien die Zahlen aufgrund bewaffneter Konflikte, wirtschaftlicher Krisen sowie aufgrund von starkem Bevölkerungswachstum in bestimmten Regionen angestiegen. "Lesen und schreiben zu können, ist kein Luxus, sondern ein fundamentales Menschenrecht", betonte Geschäftsführer Reinhard Heiserer in einer Aussendung am Mittwoch und rief zu Spenden für "Jugend Eine Welt"-Bildungsprojekte, wie etwa ein neu eröffnetes Schulzentrum im südindischen Wyra, im Bundesstaat Telangana, auf.
Aufgrund von Armut, Diskriminierung oder fehlender Infrastruktur bleibe Bildung für viele Kinder unerreichbar, so Heiserer, der auf globale Bildungsungleichheiten verwies. Auch gebe es einen Mangel an Schulgebäuden, Lehrmaterialien und qualifiziertem Personal. In der von "Jugend Eine Welt" finanzierten Bildungseinrichtung im südindischen Wyra seien in ländlich geprägten Regionen insbesondere Kinder aus Dalit-Familien stark benachteiligt. Trotz gesetzlicher Verbote präge das Kastensystem weiterhin den Alltag und die Bildungschancen der Menschen: "Diskriminierung bei Schulaufnahmen, Vorurteile im Schulalltag und zusätzliche Kosten für Lernmaterialien stellen oft unüberwindbare Hürden dar."
Schulbildung für 800 Kinder und Jugendliche
Um der steigenden Zahl an Schülern gerecht zu werden, wurde der Schulcampus, der gemeinsam mit den Salesianern Don Boscos geführt wird, zuletzt umfassend erweitert. Zehn zusätzliche Klassenräume, zwei Sanitäranlagen, eine Bibliothek sowie ein Multifunktionsraum schaffen einen sicheren Lernraum für 800 Kinder und Jugendliche. Eine neu installierte 30-kW-Photovoltaikanlage sichert eine unabhängige und umweltfreundliche Energieversorgung.
"Gleichzeitig entstehen Räume, die auch der lokalen Gemeinschaft zur Verfügung stehen und das soziale Miteinander stärken", führte der Jugend Eine Welt-Geschäftsführer weiter aus. Das Projekt zeige, wie gezielte Investitionen in Bildung ganze Regionen verändern könnten. "Es geht nicht nur um Schulräume, sondern um Würde, Chancengleichheit und Zukunft." Jedes Kind habe unabhängig von Herkunft, Geschlecht und sozialem Status ein Recht auf Bildung, so Heiserer abschließend.