Am 24. April Gedenktag zum Völkermord am armenischen Volk im damaligen Osmanischen Reich ab 1915
München, 23.04.2026 (KAP/KNA) Der Völkermord an den Armeniern von 1915 ist für das deutsche katholische Osteuropahilfswerk Renovabis kein abgeschlossenes Kapitel der Geschichte. "Er ist eine eindringliche Mahnung gegen das Vergessen und ein Auftrag zum Handeln - gerade angesichts heutiger Gewalt und Vertreibung", erklärte Renovabis-Hauptgeschäftsführer Thomas Schwartz mit Blick auf den Gedenktag am 24. April. Erst vor wenigen Tagen hatte er bei einem Besuch an der Ewigen Flamme der Gedenkstätte Zizernakaberd in Armeniens Hauptstadt Jerewan der Opfer des Genozids gedacht.
Am 24. April 1915 begann im Osmanischen Reich die systematische Verhaftung, Vertreibung und Ermordung christlicher Armenier. Durch die Maßnahmen der jungtürkischen Regierung kamen nach Schätzungen bis Ende des Ersten Weltkriegs bis zu 1,5 Millionen Menschen ums Leben. Die Türkei erkennt das damalige Geschehen nicht als Völkermord an. Zahlreiche Staaten, darunter auch Österreich und Deutschland, die damals Verbündete der osmanischen Türkei waren, haben inzwischen die Vernichtung der Armenier durch Deportationen in die syrische Wüste und gezielte Massaker offiziell als Genozid bezeichnet.
Historische Verbrechen nicht verleugnen
Schwartz nannte es eine unverzichtbare Grundlage für eine stabile und gerechte Weltordnung, dass historische Verbrechen anerkannt werden. Dies gelte nicht nur für diese Region, sondern weltweit. "Die furchtbare und menschenverachtende Vergangenheit zu verschweigen oder zu verleugnen, würde neue Gräueltaten in der Gegenwart den Boden bereiten", ist der Renovabis-Chef überzeugt.
Zugleich erinnerte Schwartz an die mehr als 100.000 Menschen aus Bergkarabach, die im Herbst 2023 ihre Heimat verlassen mussten und in Armenien Schutz suchten. Solche ethnischen Vertreibungen müssten geächtet werden. Außerdem warb er für eine politische und gesellschaftliche Integration der Betroffenen. Es gelte, einen ernsthaften Aussöhnungsprozess zwischen Armenien und Aserbaidschan voranzubringen.
Das katholische Osteuropahilfswerk fördert nach eigenen Angaben verstärkt Projekte, die dazu beitragen, die Vertriebenen in Bergkarabach zu integrieren. "Es geht längst nicht mehr um das nackte Überleben. Es geht um Würde, um Perspektiven und um ein neues Zuhause", so Schwartz. Diese Menschen hätten unter Gewaltandrohung alles verloren. Beim mühsamen Aufbau einer neuen Existenz dürften sie nicht alleingelassen werden.
Jazzmesse "Prayer Wheel" des armenischen Komponisten Karén Asatrián kommt am 24. April zur Aufführung - Mehrtägiges Musikfestivals "Sounds of Armenia" in Wien