Ausstellung von 1. Mai bis 15. November stellt zentrale Rolle der Farbe für Glaubensvermittlung ins Zentrum - Bischof Schwarz: Farbe macht Glaubensbotschaften unmittelbar erfahrbar
St. Pölten, 24.04.2026 (KAP) In seiner Jahresausstellung "Schicht um Schicht. Spätgotische Kunst im Farbwandel" will sich das Museum am Dom in St. Pölten einem zentralen und unterschätzten Aspekt der spätgotischen Kunst widmen: der Symbolik, Bedeutung und emotionalen Wirkung der Farbe. Im Mittelpunkt stehen Skulpturen und Bildwerke des 15. Jahrhunderts, die zeigen, dass Farbe in der Spätgotik kein dekorativer Zusatz, sondern ein wesentliches Medium der Vermittlung war, betonte Museumsleiterin Barbara Taubinger. Sie mache Glaubensinhalte sichtbar und schaffe Nähe zwischen Bildwerk und Betrachtenden.
"Für viele Menschen des Mittelalters sind Bilder und ihre Farben ein Weg, Glauben zu verstehen und zu erfahren", so der St. Pöltner Bischof Alois Schwarz. Farbe übersetze das Unsichtbare ins Sichtbare und mache religiöse Botschaften unmittelbar erfahrbar.
Im Fokus stehen Materialien, Techniken und Bedeutungsdimensionen der Farbfassung, hieß es. Farben wie Gold, Blau oder Rot fungierten etwa als visuelle Zeichensprache, um Heilige identifizierbar und soziale Rollen erkennbar zu machen. Zudem transportierten sie religiöse Inhalte. Einen besonderen Schwerpunkt bildet das Inkarnat, worunter man die differenzierte und lebendige Gestaltung von Hauttönen versteht.
Darüber hinaus gibt die Ausstellung Einblicke in historische Werkstattpraxis, in die Herstellung von Pigmenten und Vergoldungen sowie in den denkmalpflegerischen Umgang mit historischen Fassungen. Objekte aus dem Museumsbestand, aus Diözesanpfarren, Stiften und Klöstern sowie aus Privatbesitz machten deutlich, dass Farbe und Farbfassungen weit mehr als ästhetische Mittel seien. "Sie sind Träger von Bedeutung, Geschichte und Identität", heißt es im Programm.
Die Ausstellung wird vom 1. Mai bis zum 15. November 2026 gezeigt. (Infos: www.museumamdom.at)