Weihbischof Freitag würdigt bei Festakt "großes Werk, das ganz klein begann" und zentrale Funktion für die Region
Graz, 24.04.2026 (KAP) Mit einem Festakt hat das Marienkrankenhaus Vorau am Donnerstag sein 150-jähriges Bestehen gefeiert. Rund 250 Gäste nahmen an der Veranstaltung teil, darunter der steirische Weihbischof Johannes Freitag und Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl. Im Mittelpunkt stand eine Zeitreise von den Anfängen der Einrichtung bis zur heutigen Rolle als bedeutendes Krankenhaus in der Steiermark, teilte die Diözese Graz-Seckau mit.
Die Wurzeln des Spitals reichen in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück: 1865 ließ sich die aus Wenigzell stammende Barbara Sicharter gemeinsam mit einer Gefährtin im sogenannten "Tonihäusl" nahe Vorau nieder. Unter geistlicher Begleitung lebte die kleine Gemeinschaft zunächst zurückgezogen von Gebet und Arbeit. Der konkrete Anlass für den Beginn der Pflegearbeit war die Bitte einer kranken Frau um Aufnahme, aus der sich rasch ein Dienst an Kranken, Alten und Armen entwickelte. 1876 erhielten die Schwestern schließlich die offizielle Bewilligung zum Betrieb eines Krankenhauses.
Aus der zunächst kleinen Gemeinschaft entstand die "Kongregation der Schwestern von der Unbefleckten Empfängnis", die bis heute eng mit dem Marienkrankenhaus verbunden ist. Das Mutterhaus grenzt unmittelbar an das Spital an. Bereits im späten 19. Jahrhundert wurden Erweiterungen notwendig, da die Zahl der betreuten Patientinnen und Patienten stetig zunahm. Weihbischof Freitag würdigte die Entwicklung als Beispiel dafür, dass "große Werke oft ganz klein beginnen". Das Krankenhaus erfülle gemeinsam mit dem Stift Vorau eine zentrale Funktion für die Region, "wie die zwei Lungenflügel eines Menschen".
Gesundheitslandesrat Kornhäusl verwies auf persönliche Erfahrungen aus seiner ärztlichen Tätigkeit. Entscheidend sei die Haltung, "das Leben so anzunehmen, wie es ist", verbunden mit Einsatzbereitschaft und dem Willen zu helfen. Diese Werte prägten auch das Selbstverständnis des Hauses.
Für die Zukunft zeigte sich Geschäftsführer Bertram Gangl zuversichtlich. Generaloberin Mirjam Schmedler betonte, man wolle "wachsam bleiben für die Nöte unserer Zeit". Als Beispiel wurde das Projekt "Mobirem" genannt, das Patientinnen und Patienten bei der Remobilisierung im häuslichen Umfeld unterstützt. Hervorgehoben wurde zudem, dass das Krankenhaus derzeit keinen Personalmangel verzeichnet, da viele Ausgebildete in die Region zurückkehren.
Im Rahmen des Jubiläums wurde auch auf laufende Seligsprechungsverfahren hingewiesen: Neben Gründerin Sicharter betrifft dies die Novizin Maria Krückl, die von einem russischen Soldaten missbraucht und ermordet wurde. Beide Verfahren wurden 2022 eröffnet und dürften noch Jahre in Anspruch nehmen. Es gelte, ein Wunder, den Märtyrertod sowie Tugendhaftigkeit und den "Ruf der Heiligkeit" nachzuweisen.