150 Auszubildende beteiligten sich an "Entschleunigung" und "gemeinsamem Unterwegssein" und beschäftigten sich mit "Engeln" - Lehrlinge aller Glaubensrichtung willkommen
Linz, 24.04.2026 (KAP) Um Entschleunigung und gemeinsames Unterwegssein ging es in Stift Wilhering, wohin am Donnerstag die erste oberösterreichische Lehrlingswallfahrt führte. Im Mittelpunkt stand das Thema Engel: Zum einen, weil die für ihre Vielzahl an Engelsdarstellungen bekannte Stiftskirche das Ziel der 150 beteiligten Jugendlichen war. Zum anderen sollte die Motivwahl den interreligiösen Charakter der Wallfahrt ausdrücken, berichtete Initiator Peter Habenschuß in einer Aussendung am Freitag: "Die Erzengel kommen in allen monotheistischen Religionen vor - ein wichtiges Zeichen für Offenheit, denn Lehrlinge aller Glaubensrichtungen sind willkommen."
Unterwegs auf drei Routen erhielten die Gruppen Impulse zu den Erzengeln Michael, Gabriel und Rafael, die für Schutz, Begleitung sowie Frohbotschaft und Neuorientierung stehen. Abschließend wurde in der Stiftskirche ein gemeinsamer Gottesdienst gefeiert.
In Vorarlberg und der Steiermark hätten Lehrlingswallfahrten schon Tradition. In Oberösterreich habe es bislang nur vereinzelt schulinterne Angebote gegeben. "Das wollten wir ändern", so Habenschuß, der auch Jugendleiter bei mensch & arbeit und ehemaliger Religionslehrer ist. Fünf Berufsschulen arbeiteten schließlich an der inhaltlichen Vorbereitung mit. Organisiert wurde diese Premiere von der Diözese Linz und dem Team mensch & arbeit gemeinsam mit der Berufsgemeinschaft der Religionslehrer der Berufsschulen in Oberösterreich und der Katholischen Jugend.
Die Wallfahrt wolle einen bewussten Moment der Entschleunigung geben, sagte Religionslehrerin Elfriede Springer von der Berufsschule Linz 3. "Gemeinsam unterwegs sein - nicht in Werkhallen, nicht im Klassenzimmer, sondern draußen - ist eine wertvolle Erfahrung. Gerade zum Abschluss eines Ausbildungsabschnitts bietet das Pilgern Raum, auf das eigene Lernen und Erlebte zurückzublicken."
Bei positiver Rückmeldung der Teilnehmenden kündigte Kurt Rumplmayr, Religionslehrer an der Berufsschule Wels 3, eine Neuauflage im kommenden Jahr an. "Manche denken sogar an mehrtägige Routen direkt von der jeweiligen Schule weg bis zum Ziel. Jetzt aber freuen wir uns über die gelungene erste gemeinsame Erfahrung", so der Obmann des Pilgervereins Benedikt be-WEG-t.